Titel: Bestimmung der organischen Substanz in Brunnenwässern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 10 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi08_10

Bestimmung der organischen Substanz in Brunnenwässern.

A. Köbrich hat die gewöhnliche Methode der Bestimmung der organischen Substanz in Brunnenwässern mittels Permanganatlösung nach der Chemiker-Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 4 in folgender Weise etwas abgeändert: Zur Darstellung der Normallösung werden 0g,5 übermangansaures Kali in 1l destillirten Wassers gelöst, 150g reine concentrirte Schwefelsäure (von 1,80 sp. G.) zugegeben und diese Mischung 3 Stunden auf 90° erhitzt, ohne daſs man das verdampfende Wasser ersetzt. Von dieser Chamäleonlösung setzt man 50cc zu 100cc des zu untersuchenden Wassers, mischt mit 15g concentrirter Schwefelsäure und erhitzt abermals 3 Stunden lang auf 90° in einem geräumigen Kolben, dessen Mündung man, um Einfallen von Staub zu verhüten, mit einer durchlochten Glastafel bedeckt hat. Den Titer der Chamäleonlösung bestimmt man mit einer Lösung von 0g,5 Oxalsäure in 1l Wasser in bekannter Weise vor jedesmaliger Verwendung; indessen hält sich so zubereitete Chamäleonlösung ziemlich lange unverändert. Die durch das Erhitzen mit dem zu untersuchenden Wasser nicht zersetzte Chamäleonlösung wird mit der Oxalsäure zurücktitrirt und auf diese Weise die Anzahl der Cubikcentimeter Oxalsäurelösung in Erfahrung gebracht, welche der im Wasser vorhandenen organischen Substanz entsprechen. Multiplicirt man diese Anzahl mit 0,0005, so erhält man die Gewichtsmenge der Oxalsäure, welche der organischen Substanz äquivalent ist. Köbrich schlägt vor, hierfür den Namen Oxalsäure-Aequivalent einzuführen und die Menge der organischen Substanz in Form ihres Oxalsäure-Aequivalentes bei den Analysen anzugeben.

Wenn Chlorverbindungen zugegen sind, so werden dieselben mit Silbernitrat ausgeschieden und das Filtrat zur Bestimmung der organischen Substanz verwendet. Bei Anwesenheit salpetrigsaurer Salze versetzt man 100cc des zu untersuchenden Wassers oder das Filtrat vom Chlorsilber mit 3g concentrirter Schwefelsäure und tropfenweise so lange mit der Chamäleonlösung, bis die rothliche Färbung 5 Minuten bestehen bleibt. Die durch Salpetrigsäure bewirkte Reduction des Permanganates tritt sofort und schon bei gewöhnlicher Temperatur ein. Hierauf gibt man wiederum 15g concentrirte Schwefligsäure zu und verfährt im Uebrigen, wie besprochen. Man kann die Menge der Salpetrigsäure vor der organischen Substanz mit für technische Zwecke hinreichender Genauigkeit bestimmen, wenn man die Chamäleonlösung mit einer Lösung von 1g salpetrigsaurem Kali in 1l Wasser titrirt. (Vgl. Herzfeld 1886 262 432.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: