Titel: Mechanischer Taktirstab für Orchesterleiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 4 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi08_4

Mechanischer Taktirstab für Orchesterleiter.

J. Carpentier construirte für Opernleiter einen sinnreichen Apparat, welcher durch elektrische Uebertragung den hinter der Bühne Stehenden das Taktgeben sichtbar macht. Die bisher zu diesem Zwecke vorgeschlagenen Apparate haben sich nicht bewährt: die gewöhnlichen elektrischen Klopfer werden leicht überhört, während mechanische, durch Elektricität bewegte Taktirstöcke (Pendel) ihre Schwingungen nicht leicht und rasch genug ändern lassen. Carpentier bringt nun nach den Comptes rendns, 1886 Bd. 103 S. 1005 in einer schwarzen Platte zwei lange Schlitze an, welche zusammen ungefähr denjenigen Winkel bilden, den ein Taktirstab gewöhnlich beschreibt. Hinter jedem dieser Schlitze befindet sich ein doppelt gelagerter vierkantiger Stab, welcher sich durch einen Elektromagnet leicht um 90° hin- oder herdrehen läſst. Von den beiden durch den Schlitz sichtbaren Flächen des Stabes ist die eine weiſs, die andere schwarz. Die elektromagnetische Bewegung der Stäbe ist nun so eingerichtet, daſs immer abwechselnd der eine Stab seine weiſse, der andere die schwarze Seite nach auſsen kehrt, wenn der Gesangleiter im richtigen Takte auf einen Knopf oder auf einen Fuſstritt drückt. Dieses abwechselnde Erscheinen einer weiſsen Linie im einen oder anderen Schlitze macht den Eindruck des Taktirens auf das Auge, welches unwillkürlich die zwischenliegenden Stellungen ebenfalls zu sehen glaubt. Schaubilder dieser Einrichtung bringt Engineering, 1887 Bd. 43 * S. 33.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: