Titel: Ueber die Eigenschaften des Phosphorpentafluorids.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 9 (S. 446–447)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi09_9

Ueber die Eigenschaften des Phosphorpentafluorids.

In den Comptes rendus, 1886 Bd. 103 S. 1257 berichtet H. Moissan, daſs es ihm durch Anwendung sehr starker Inductionsfunken gelungen ist, das Phosphorpentafluorid |447| zu zerlegen. Nach den bezüglichen Untersuchungsergebnisseil sind die früheren von Thorpe (vgl. Chemical News, 1875 Bd. 32 S. 232) in dieser Richtung angestellten Versuche an der Anwendung zu schwacher Inductionsströme gescheitert. Es gelang Moissan nicht, mittels eines Inductionsstromes, welcher in der Luft Funken von 40mm Länge lieferte, eine Spaltung des Gases zu bewirken, während hingegen mit einem Strome, dessen Funkenlänge in der Luft 150 bis 200mm betrug, eine sofortige Zersetzung erzielt werden konnte. Das Gas wurde hierbei in Phosphortrifluorid und freies Fluor (vgl. 1886 262 486) zerlegt, welches letztere sich sofort durch das Mattätzen des Glases sowie durch seine Einwirkung auf das Quecksilber zu erkennen gab. Bei den meisten Versuchen wurde das sorgfältigst getrocknete Gas während einer Stunde der Einwirkung des Stromes unterworfen; es zeigte sich dann nach dem Abkühlen eine Volumenverminderung. Bei der Behandlung mit Wasser wurde Kiesel-säure abgeschieden und das Gas war nur noch zum Theile in Wasser löslich, während zu Anfang das Phosphorpentafluorid vollkommen von Wasser absorbirt wurde. Der unlösliche Gasrest betrug mehrmals bis zu 15 Procent vom angewendeten Volumen und zeigte alle Reactionen des Phosphortrifluorides. Durch Auswaschen der zu den Versuchen verwendeten Röhre mit Wasser wurde eine Lösung von Alkalifluoriden und Phosphaten erhalten. Abweichend von dem Verhalten des Phosphorpentachlorides bildet sich, wenn man das Phosphor-pentalluorid bei Gegenwart von überschüssigem Phosphordampf auf dunkle Rothglut erhitzt, kein Trifluorid. Auch durch Erhitzen mit Schwefel auf 440° wird es nicht zersetzt; ebenso wenig wirkt Jod darauf ein, selbst bei einer Temperatur von 500°. Bei Gegenwart einer Spur von Feuchtigkeit zersetzt es Glas unter Bildung von Fluorsilicium und Phosphoroxyfluorid, während die Alkalien des Glases sich mit einem Theile des Phosphors zu Phosphat oder Fluorphosphat verbinden.

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