Titel: Herstellung von Leder zu Schlagriemen u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 263/Miszelle 4 (S. 540)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj263/mi263mi11_4

Herstellung von Leder zu Schlagriemen u. dgl.

Zu Schlagriemen für Webstühle u. dgl., wozu ein Leder erforderlich ist, welches nicht trocknet und stets gleichmäſsig biegsam bleibt, schlägt Herm. Möbus in Haynewalde bei Zittau, Sachsen (D. R. P. Kl. 28 Nr. 38434 vom 8. Juni 1886) ein besonders zubereitetes Leder aus Kuh- oder Ochsenhaut, sogen. „künstliches Schweinsleder“ vor: Die rohen Häute werden zuerst 24 Stunden mit Kalk behandelt, wobei man auf 100 Häute etwa 50k Kalk nimmt. Die darauf entfleischten und enthaarten Häute kommen zum Ausspülen durch 3 Tage in flieſsendes Wasser und hierauf zum Aufgehen 24 Stunden in weiches reines Wasser. Die abgetropften Häute werden nun in der Walke mit einer Mischung von etwa 2k,5 reines Glycerin und 51 ungekochte Kuhmilch täglich 2 mal während ½ bis 1 Stunde bearbeitet. Hierbei sollen die Leimbestandtheile der Haut, welche das Brüchigwerden der letzteren verursachen, gründlich entfernt werden. Die behandelten Häute läſst man abtropfen, trocknen und tränkt dieselben dann mit Thran, worauf wieder eine 5 bis 6stündige Behandlung in der Hammerwalke erfolgt. Nach abermaligem Trocknen wird das Einfetten und Walken wieder vorgenommen, worauf die Häute zur Verwendung fertig sind.

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