Titel: Zigang's Klopfer für Militärtelegraphen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264 (S. 492–493)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/ar264156

Zigang's Klopfer für Militärtelegraphen.

Mit Abbildung.

Die telegraphischen Klopfer1)für Morseschrift eignen sich zu Folge ihrer groſsen Einfachheit und Bequemlichkeit besonders für die Militärtelegraphie. Während diese Klopfer sonst in ihrer Anordnung den Morsetelegraphen verwandt zu sein pflegen, ist neuerdings ein solcher Klopfer von dem Infanteriehauptmann J. P. Zigang hergestellt und mit dem Namen elektrische Trompete belegt worden, welcher mehr dem Telephon nahe steht. Nach der Lumiere électrique, 1887 Bd. 24 * S. 122 besteht derselbe aus einer auf das Grundbrett G aufgeschraubten Messingröhre R, welche als Mittöner dient. In derselben ist die Grundplatte Q des Elektromagnetes E befestigt, welcher nur eine einzige Rolle besitzt, während der zweite Schenkel e des Eisenkernes unbewickelt ist. Vor den Polen des Elektromagnetes befindet sich die Platte P, welche den queruber reichenden Anker a trägt. So lange der Elektromagnet nicht von einem elektrischen Strome durchlaufen wird, legt sich die Platte P an die Spitze der Schraube S an und schlieſst hier den Stromweg nn.

Textabbildung Bd. 264, S. 492

Der auftretende Strom bewirkt zunächst die Anziehung des Ankers a und versetzt dann zu Folge der Selbstunterbrechung an S die Platte P in Schwingungen; das Anschlagen der Platte P an die Schraube S bei jeder Stromunterbrechung läſst einen eigenthümlichen musikalischen Ton von hinreichender Stärke entstehen. Die Stärke des Tones soll weit gröſser sein als bei den Schnarrweckern, welche ja ebenfalls wie Klopfer benutzt werden. Die Höhe und Schärfe dieses Tones läſst sich mittels der Schraube S beliebig verändern.

Die gewählte Anordnung des Elektromagnetes E und der Metallplatte P, welche von den Polen nur 0mm,3 absteht, hat eine Vereinigung |493| der magnetischen Wirkung nach der Mitte der Platte hin zur Folge und eine Ausnutzung der gesammten magnetischen Kraft des Elektromagnetes. Zum Betriebe reichen daher zwei galvanische Elemente oder selbst ein einziges aus.

Der Apparat kann natürlich auch an Stelle einer gewöhnlichen Rasselklingel benutzt werden und man vermag denselben hierbei so einzustellen, daſs der Ton die gewünschte Zartheit besitzt; ja, man würde sehr leicht für gröſsere Telegraphen- bezieh. Telephonamter eine Anzahl von Klopfern herstellen können, welche sich durch den Ton leicht von einander unterscheiden lassen. Durch entsprechende Wechsel in den Gröſsenverhältnissen der Platte P würde man selbst eine Reihenfolge solcher Apparate derart abstimmen können, daſs sie eine elektrische Orgel bilden.

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Vgl. Nadelklopfer von Gilbert 1887 263 * 446. Ch. Bright 1881 242 69. 1883 247 * 121. 250 516. Neale 1883 250 517.

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