Titel: Kältemischungen aus Schnee und Alkoholen, Glycerin oder Zucker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 8 (S. 47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi01_8

Kältemischungen aus Schnee und Alkoholen, Glycerin oder Zucker.

In der Chemikerzeitung 1887 Bd. 11 S. 224 theilt F. Fol einige Vorschriften über Bereitung von Kältemischungen mit, welche erkennen lassen, daſs Mischungen von Alkoholen, Glycerin oder Zucker mit Schnee geeignet sind, verhältniſsmäſsig bedeutende Temperaturerniedrigungen hervorzurufen.

100g Aethylalkohol, 100g Schnee: Temperatur der Mischung – 17,50. Die Mischung wird dicklich und syrupahnlich. Nach einiger Zeit wurden dieser Mischung wieder 100g Schnee zugesetzt, wodurch das Thermometer bis zu – 18,5° sank. Die gleiche Temperaturerniedrigung konnte erreicht werden, als nach Ablauf einer gewissen Zeit abermals 100g Schnee zugemischt wurden.

Eine Mischung von 100g Aethylalkohol und 100g Wasser wurde zunächst, bis 0° abgekühlt und mit 200g Schnee versetzt; die Temperatur dieser Mischung sank bis – 15°.

Eine Mischung von 10g Aethylalkohol und 10g Wasser wurde bis 0° abgekühlt und dann mit 100g Schnee versetzt; das Thermometer zeigte dabei – 80.

100g Methylalkohol und 100g Schnee gemischt, kühlten sich bis zu – 20° ab.

Ein Gemisch von 100g Aethylalkohol und 100g Methylalkohol wurde mit 200g Schnee versetzt; das Thermometer zeigte dabei – 22°. Bei einem weiteren Zusätze von 200g Schnee blieb die Temperatur bei – 22° fest.

Die Mischung von 100g Glycerin und 300g Schnee erkaltete bis zu – 20°.

100g Rübenzucker und 100g Schnee bewirkten ein Sinken des Thermometers bis zu – 11°.

100g Melasse (sp. G. 1,410) und 100g Schnee riefen indessen nur eine Temperaturerniedrigung von – 8° hervor.

Fol bemerkt, daſs er seine Versuche im Freien bei einer Temperatur von – 1° angestellt habe und daſs sämmtliche Gefäſse sowie die zur Mischung dienenden Stoffe auf 0° abgekühlt waren. Das specifische Gewicht bei 15° betrug für den verwendeten Aethylalkohol 0,794, für den Methylalkohol 0,839 und für das Glycerin 1,263. (Vgl. J. Moritz 1883 247 47. F. Fischer 1877 224 165.)

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