Titel: Der Widerstand des elektrischen Lichtbogens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 5 (S. 94–95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi02_5

Der Widerstand des elektrischen Lichtbogens.

Bereits 1867 hat Edlund Untersuchungen über den scheinbaren Widerstand w des elektrischen Lichtbogens, den er durch galvanische Batterien erzeugte, angestellt und für denselben die Formel w = a + bl gegeben, worin l die Länge des Bogens, a und b aber unveränderliche Gröſsen sind (Poggendorff's Annalen, 1867 Bd. 131 S. 586, Bd. 133 S. 353. 1868 Bd. 134 S. 250 und 337. 1870 Bd. 139 S. 354). Neuere Versuche von Frölich und von Peukert ergaben Aehnliches; vielfach wurde als Ursache der Erscheinung eine elektromotorische Gegenkraft angesehen, welche ihren Sitz im Lichtbogen habe, und Frölich gab (Elektrotechnische Zeitschrift, 1883 * S. 153) für dieselbe die Formel S = a + bL, worin S der Spannungsunterschied des Lichtbogens, L dessen Länge, a und b unveränderliche Zahlen sind. Nach Versuchen, welche V. v. Lang angestellt hat (Wiedemann's Annalen, 1885 Bd. 26 S. 145, vgl. D. p. J. 1885 257 483), ist es wahrscheinlicher, daſs die Gröſse a als eine elektromotorische Kraft und nicht als ein Uebergangswiderstand anzusehen ist, und die Formel dürfte nach den Versuchen von Edlund, Peukert, Frölich und V. v. Lang zu schreiben sein: S = 39 +1,8 l Volt.

Die Ergebnisse von weiteren Versuchen, welche Docent B. Nebel in Stuttgart angestellt hat, sind im Centralblatt für Elektrotechnik, 1886 * S. 619 folgendermaſsen zusammengefaſst: 1) Bei constanter Lichtbogenlänge sinkt die Spannungsdifferenz |95| bei Stromzunahme anfangs stark, erreicht einen Mindestwerth und steigt dann wieder langsam. 2) Dieser Mindestwerth der Spannungsdifferenz verschiebt sich mit wachsender Lichtbogenlänge im Sinne der Stromzunahme. 3) In der von Frölich aufgestellten. Beziehung zwischen Spannungsdifferenz und Lichtbogenlänge (S = a + bL) ist bis jetzt nicht erwiesen, ob die Constante a, von der Stromstärke abhängt, während eine solche Abhängigkeit, allerdings sehr gering, bei der Constanten b vorhanden zu sein scheint. 4) Die Constante a, genannt die elektromotorische Gegenkraft des Lichtbogens, nimmt mit wachsendem Kohlendurchmesser ab. 5) Die Constante a kann keine elektromotorische Gegenkraft im Sinne derjenigen bei Flüssigkeiten sein.

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