Titel: Scheidung des Goldes und Bleies vom Wismuth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 8 (S. 95–96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi02_8

Scheidung des Goldes und Bleies vom Wismuth.

Zur Scheidung des Goldes vom Wismuth, welche bei dem häufigen Goldgehalte der Wismutherze von Wichtigkeit ist, gibt Ed. Matthey in der Chemical News, 1887 Bd. 55 S. 71 ein Verfahren an, welches, ähnlich wie die Methode von Parkes (vgl. Wagner's Jahresbericht, 1869 Bd. 15 S. 148) zur Trennung von Silber und Blei, auf der Anwendung von Zink beruht. Der Vortheil dieser Methode gegenüber dem Verfahren durch Abtreiben in der Capelle besteht hauptsächlich darin, daſs sie gestattet, neben dem Golde auch sofort den gröſsten Theil des Wismuths in metallischem Zustande und von der Reinheit der gewöhnlichen Handelswaare zu gewinnen, während beim Abtreiben einerseits ein beträchtlicher Theil des Wismuths durch Verflüchtigung verloren geht, andererseits die Gewinnung des Metalles aus dem in der Capelle befindlichen Oxyde mit groſsen Umständen verbunden ist. Matthey erhitzt das Gold haltige Wismuth bis zum Schmelzen, fügt dann ungefähr 2 Proc. geschmolzenes Zink hinzu und erhitzt bis zur Dunkelrothgluth. Die Schmelze wird gut in Bewegung erhalten und die Temperatur allmählich bis unter Rothgluth erniedrigt. Dann schöpft man die leichte Kruste, welche sich auf der Oberfläche gebildet hat, ab und behandelt das Metall mit einer neuen Menge Zink. Die Abschäumungen enthalten das sämmtliche Gold und bestehen im Uebrigen aus Wismuth, Zink und Zinkoxyd. Dieselben werden mit etwas Borax in einem Thontiegel geschmolzen; beim Abkühlen sammelt sich das Gold auf dem Boden des Tiegels an, während die Wismuthschlacke sämmtliche noch im Golde enthaltenen fremden Metalle auſser Silber aufnimmt und so zugleich raffinirend wirkt. Die Schlacke wird darauf noch mit etwas metallischem Wismuth geschmolzen, um ihr die letzten Spuren Gold zu entziehen, welche in das Wismuth übergehen. Aus der Schlacke erhält man durch Schmelzen mit Kohle das Wismuth als Metall. Matthey erhielt nach diesem Verfahren aus 4301k Wismuth, welches ungefähr 1 Proc. Unreinigkeiten und 1514g Gold enthielt, |96| 4082k Wismuthmetall und 298k Abschäumungen, welche letzteren sämmtliches Gold enthielten. Dieselben wurden zur Entfernung der Hauptmenge des Wismuths mit Salpetersäure behandelt und der Rückstand, wie oben angegeben, verarbeitet, wobei die Gesammtmenge des durch Analyse ermittelten Goldgehaltes gewonnen wurde.

Zur Befreiung des Wismuths vom Blei schlägt Matthey ein Verfahren vor, welches darauf beruht, daſs eine Wismuth-Bleilegirung beträchtlich niedriger schmilzt als das Wismuth. Läſst man das zum Schmelzen erhitzte, Blei haltige Wismuth langsam erkalten und entfernt, wenn der gröſste Theil krystallisirt ist, den flüssigen Theil, so besitzt der Rückstand schon einen bedeutend geringeren Bleigehalt und es gelingt durch mehrmalige Wiederholung dieser Arbeit die letzten Spuren von Blei zu entfernen. Bei einem Wismuth mit 14,6 Proc. Blei z.B. lieferte dieses Verfahren bei der 1. bis 5. Krystallisation 9,8, 5,1, 3,8, 2,5 bezieh. 0,4 Proc. Bleigehalt. (Vgl. auch Valenciennes 1874 214 238.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: