Titel: Scott's Feuerlösch-Handgranate.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 10 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi03_10

Scott's Feuerlösch-Handgranate.

Die Handgranate für Feuerlöschzwecke von J. Ph. Scott in New-York (* D. R. P. Kl. 61 Nr. 37158 vom 22. September 1885) weist mehrere Eigenthümlichkeiten auf. Zunächst ist die Granate mit einem Ringe E aus Eisen oder hartem Material umgeben, welcher mittels Streben e1 aus Draht oder Schnüren an der Flasche der Granate befestigt und durch leichte Federn e in dem gewünschten Abstande erhalten wird. Dadurch soll die Glasflasche der Granate, wenn dieselbe auf einen noch so weichen Gegenstand geschleudert wird, unter allen Umständen an dem Ringe E zerschellen. Bei Temperaturwechsel liegt die Gefahr einer unzeitigen Explosion in Folge Gasbildung im Inneren der Granate nahe; es ist daher in dem Flaschenverschlusse ein offenes dünnes Rohr C als Sicherheitsventil angebracht. Dieses Rohr ist bei c1 gebogen und erweitert sich nahe der äuſseren Oeffnung c, um ein Heraustropfen durch Uebersprudeln und dadurch verursachtes Entleeren der Flasche zu verhüten.

Textabbildung Bd. 264, S. 143

Steigt die Temperatur in der Flasche, so wird eine kleine Menge Gas durch die sehr enge Oeffnung c herausgedrängt; bei Abnahme der Temperatur condensirt sich das Gas wiederum zu Flüssigkeit. Wäre nun C eine gerade Röhre, so würde sich der Tropfen Flüssigkeit an der Oeffnung c ansetzen; die weitere Gasentwickelung in der Flasche würde denselben durch neue aufsteigende Gase verdrängen und so allmählich eine Entleerung der Flasche herbeiführen. Um dies zu vermeiden, ist die blasenartige Erweiterung des Rohres C geschaffen und das letztere umgebogen. Bei eintretender Temperaturerhöhung füllen die aufsteigenden Gase zunächst die Blase des Rohres C; sinkt nun die Temperatur wieder, so bildet sich durch die Condensation der Gase bei der Biegung q ein Wasserabschluſs, wodurch ein weiteres Entleeren der Flasche unmöglich gemacht wird. Durch die Condensation der in der Blase befindlichen Gase entsteht eine Luftverdünnung, welche den Tropfen, der sich sonst an der Oeffnung c festgesetzt hätte, zurücksaugt und auf diese Weise letztere stets trocken hält. Eine plötzliche Erhöhung der Temperatur um mehrere Grad, wie sie bei Ausbruch eines Feuers eintritt, würde eine derartig starke Gasentwickelung zur Folge haben, daſs die enge Oeffnung c zum Entweichen der Gase nicht genügen und so eine selbstthätige Explosion der Granate bewirken würde. (Vgl. Uebersicht 1885 258 142.)

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