Titel: Flieſsbach's Filter mit carbonisirten Faserstoffen und Herstellung der letzteren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 10 (S. 190–191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi04_10

Flieſsbach's Filter mit carbonisirten Faserstoffen und Herstellung der letzteren.

Zum Reinigen von Wasser für Zwecke, wo dasselbe wie in Bleichereien, Papierfabriken u.s.w., möglichst farblos sein soll, schlägt P. Fließbach in Kurow bei Zelasen, Pommern (* D. R. P. Kl. 12 Nr. 37082 vom 17. November 1885) einen Filtrirapparat mit carbonisirten Faserstoffen vor. Derselbe besteht aus einem länglichen Behälter, welcher durch Querwände in mehrere Abtheilungen getrennt ist; in dem beistehend veranschaulichten Apparate sind nur zwei solche Abtheilungen angenommen. Die Querwände lassen unten eine Oeffnung zum Durchtritte des Wassers, welches durch eine zweite niedrigere Wand gezwungen wird, nach dem Durchdringen der Filterschicht der einen Abtheilung sich auf die Filterschicht der nächsten Abtheilung zu ergieſsen.

Textabbildung Bd. 264, S. 190

Zum Tragen der Filterschicht, welche nach einander einfach, doppelt und dreifach angeordnet ist, dienen mit Gazegewebe belegte Siebplatten, die auf Leisten an den Abtheilungswänden ruhen. Nachdem in den Behälter Wasser mit den vorher in dem letzteren fein vertheilten Faserstoffen gelassen worden ist, lagert sich eine Schicht derselben auf den Gazegeweben der Siebplatten ab.

Zur Herstellung carbonisirter Faserstoffe werden Papierzeug, Holzfasern, entfettete Woll- und Baumwollabfälle. Asbestfasern u.s.w. mit etwa 2 Theilen überoxalsaures Kali, Alaun, Thonerde und mit etwa ⅔ der Fassermasse mit fein zertheilter Kohle gemischt und das Gemenge in einem Mischholländer |191| 30 bis 50 Minuten bearbeitet und dann 1 bis 2 Stunden der Ruhe überlassen. Der erhaltene Brei wird hierauf entwässert, wobei ein Theil der zugesetzten Kohle mit dem Wasser fortgeht, während der andere Theil derselben an den Fasern haftet. Diese mit Kohle behafteten Fasern werden dann im Holländer nochmals bearbeitet und auf Pappenmaschinen zu Platten geformt und diese getrocknet. Die Platten werden hierauf in einer Retorte bei Luftverdünnung so geglüht, daſs die organischen Bestandtheile wohl vollkommen verkohlen, aber nicht verbrennen. Letzteres Verfahren wird namentlich bei Gegenwart von Asbestfasern angewendet, während man die nur aus organischen, mit Kohle behafteten Fasern hergestellten Filterplatten auch ohne weiteres benutzt bezieh. die Masse derselben zur Bildung der Filterschicht im Apparate dem in dasselbe gegossenen Wasser zusetzt.

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