Titel: Vorkommen einer Gerbsäure in den Vogelbeeren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 12 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi04_12

Vorkommen einer Gerbsäure in den Vogelbeeren.

In dem Safte der Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) ist auſser Sorbin und Glukose ein Bestandtheil von herbem Geschmack enthalten, der von Vincent und Delachanal (Bulletin de la Société chimique de Paris, 1887 Bd. 47 S. 492) isolirt und als eine Gerbsäure erkannt wurde. Nach Vergährung des Saftes, zur Beseitigung der Glukose, wurde durch Bleiacetat ein gelber Niederschlag erhalten, welcher, in Wasser vertheilt, durch Schwefelwasserstoff zersetzt wurde. Das Filtrat, eingedampft und mit Alkohol aufgenommen, ergab eine syrupöse Masse, deren wässerige Lösung folgende Haupteigenschaften aufwies: Von Alkalien wird eine lebhafte goldgelbe Färbung hervorgerufen, welche an der Luft sowie beim Ansäuern sich verändert. Alaun-, Leim- und Chininsalzlösungen werden nicht gefällt. Silbersalze werden in der Hitze reducirt, Eisensalze dunkelgrün gefärbt. Bei der Destillation geht eine braune Flüssigkeit über, deren

Hauptbestandtheil Brenzcatechin ist. Durch Einwirkung von geschmolzenem Kalihydrat entsteht ein Gemenge von Protocatechusäure und Phloroglucin, welch letzteres durch Ueberführen in Azobenzolphloroglucin, einem charakteristischen zinnoberrothen Niederschlage, nachgewiesen wurde.

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