Titel: Verzierung von Flächen mittels eines Leimanstriches.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 14 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi04_14

Verzierung von Flächen mittels eines Leimanstriches.

Osw. Lindner in Wien (D. R. P. Kl. 8 Nr. 38597 vom 16. März 1886) will Flächen der verschiedensten Gegenstände (aus Papier oder aus Gewebe, z.B. Stöcke, Griffe u. dgl.) in der Weise verzieren, daſs er die betreffende Fläche mit einer mäſsig concentrirten Leimlösung bestreicht, welche sich beim raschen Trocknen derart zusammenzieht, daſs Risse und Sprünge in diesem Leimüberzuge entstehen, die in ihrer Unregelmäſsigkeit eine eigenthümliche, der Textur des Krokodilleders ähnliche Zeichnung bilden sollen. Wie leicht begreiflich, werden bei sehr raschem Trocknen die Risse dichter gedrängt ausfallen als bei etwas langsamerem Trocknen und je dicker die Lösung ist, um so rascher wird sie bei sonst gleichen Umständen trocknen. Um diese Verzierung haltbar zu machen und ihr das Aussehen von Leder zu geben, überzieht man die behandelte Fläche, am besten in halbtrockenem Zustande, mit Kastanienextract. Der Leimüberzug kann durch Anwendung von etwas Chromsäure, Gerbsäure o. dgl. gegen Wasser und Feuchtigkeit unempfindlich gemacht werden. Auch zur Verzierung von Porzellan- und Thonwaaren soll sich das Verfahren eignen, man vermengt zu diesem Behufe die Leimlösung mit den betreffenden Mineralfarben, bestreicht die Gegenstände damit und brennt dieselben gerade so, wie dies sonst geschieht. Statt thierischem Leim kann, wenn auch mit weniger günstigem Erfolge, jede andere Art von Leim oder Gummi verwendet werden.

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