Titel: Das mikroskopische Gefüge von verschiedenen Eisensorten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 2 (S. 187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi04_2

Das mikroskopische Gefüge von verschiedenen Eisensorten.

H. Wedding gibt in den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes, 1886 auf Taf. 31 (S. 293) schön ausgeführte Farbenbilder von dem mikroskopischen Gefüge des Schliffes einer Compound-Panzerplatte. Aus den Abbildungen geht hervor, daſs die einzelnen Eisenarten unter dem Mikroskope ohne jede Schwierigkeit zu erkennen sind und daſs die eigenartigen Merkmale der verschiedenen Sorten mit den von Wedding in Stahl und Eisen, 1885 Taf. 26 gegebenen übereinstimmen.

Wedding hat ferner in neuester Zeit auch verbranntes Eisen mikroskopisch untersucht und theilt die Ergebnisse an Hand vorzüglicher Abbildungen in Stahl und Eisen, 1886 * S. 633 mit. Aus den vorderhand allerdings noch vereinzelten Beobachtungen sind a. a. O. vorbehaltlich späterer Berichtigungen folgende Schlüsse gezogen: Verbrannter Stahl läſst niemals das glänzende Netzwerk von Homogeneisen hervortreten, welches das unverbrannte Eisen kennzeichnet. Das Netzwerk verschwindet um so mehr, je Sauerstoff haltiger der Stahl wird. Weiſse, der Regel nach glänzende Flächen treten (in unangelassenen Schliffen) um so häufiger und deutlicher auf, je verbrannter der Stahl und je grobkörniger sein Gefüge geworden ist. Sobald die Verbrennung bis zur Kieselsäurebildung vorgeschritten ist, zeigen sich bei noch feinkörnigem Gefüge tropfenförmige Ausscheidungen an Stelle des Krystalleisens. Stark verbrannter, grobkörnig gewordener Stahl läſst deutliche Scheidungslinien der einzelnen in sich noch weiter zerklüfteten Körner erkennen.

Wiederbelebter, nicht Kieselsäure haltiger Stahl ist von gesundem nicht zu unterscheiden. Wiederbelebter, Kieselsäure haltiger Stahl zeigt zwar eine innigere Vereinigung der Körner, läſst aber noch deutlich die Trennungslinien erkennen.

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