Titel: Herstellung eines Thonerdehydrat und lösliche Kieselsäure enthaltenden Zusatzmittels für Portlandcement.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 10 (S. 247–248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi05_10

Herstellung eines Thonerdehydrat und lösliche Kieselsäure enthaltenden Zusatzmittels für Portlandcement.

C. Heintzel in Lüneburg (D. R. P. Kl. 80 Nr. 38692 vom 16. Juli 1886) schlägt zur Beschleunigung des Abbindens von Portlandcement sowie zur Erhöhung der Festigkeit desselben folgendes Zusatzmittel vor: 100 G.-Th. feinst gemahlener Bauxit oder 100 Th. fein gemahlener feuerfester Thon werden mit 50 Th.

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Schwefelsäure zu steifem Breie angerührt und diese Masse wird nach 24 stündigem Stehen im Flammofen erhitzt, bis sie hart und hellfarbig geworden ist. alsdann fein gemahlen und mit Wasser zur völligen Schlammbildung aufgekocht. Der heiſse, dünne Schlamm wird mit Sodalösung alkalisch gemacht, durch Decantiren die Lauge von den flockigen und pulverigen Stoffen geschieden und diese aufs sorgfältigste, zuletzt mit destillirtem Wasser ausgewaschen. Im Waschwasser sollen keine schwefelsauren Salze mehr nachweisbar sein. Hierauf getrocknet, gemahlen und gesiebt, zeigt sich das Product als eine hellfarbige, äuſserst feine Substanz, deren wirksame Bestandtheile Thonerdehydrat und lösliche Kieselsäure sind. Das Thonerdehydrat bewirkt das raschere Abbinden des Cementes, die lösliche Kieselsäure die Erhöhung seiner Festigkeit.

Wünscht man langsam bindenden Cement in rascher bindenden umzuwandeln, so wird je nach der Abbindezeit des Cementes ¼ bis 1 Procent des Pulvers innig mit demselben gemischt. Soll der Cement zum Gieſsen in Leimformen gebraucht werden, so ist der Zusatz auf 2 bis 4 Proc. zu erhöhen. Auſser der Beschleunigung des Bindeprozesses wird durch den Zuschlag eine Erhöhung der Festigkeit bewirkt, da die lösliche Kieselsäure desselben mit dem freien Kalke des Cementes in chemische Verbindung tritt.

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