Titel: Gilliland's Telephon mit auf dem Magnete festliegender Platte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 3 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi05_3

Gilliland's Telephon mit auf dem Magnete festliegender Platte.

Bei der von Edison und Gilliland (1886 259 * 548) vorgeschlagenen Einrichtung zum Telegraphiren zwischen einem fahrenden Eisenbahnzuge und den Stationen werden die gewöhnlichen, der Bahn entlang laufenden Telegraphenleitungen mitbenutzt, um durch Vermittelung von Condensatoren die Zeichen in einem Magnet-Telephon hervorzubringen; die Platte des Telephons erzeugt musikalische Schwingungen, aus denen die Morsezeichen herausgelesen werden. Wie in der Lumière éleeirique, 1887 Bd. 23 * S. 443 mitgetheilt wird, wirken dabei die gewöhnlichen Telegraphirströme nicht störend; wenn dagegen die Telegraphenleitungen zum Doppelgegensprechen (Quadruplex) benutzt werden, so erzeugen die dabei verwendeten sehr kräftigen Ströme häufig so starke Inductionswirkungen, daſs dieselben die Telephonplatte zu Schwingungen veranlassen, welche die gewöhnlichen überdecken und die Unterscheidung der Zeichen verhindern.

Deshalb hat E. T. Gilliland dem Telephon eine neue Anordnung gegeben, indem er die aus Eisen oder Glimmer bestehende dünne Platte desselben nicht in der gewöhnlichen Weise am Rande mittels des Mundstückes festspannt, sondern auf das freie Ende des Stabmagnetes auflegt und durch eine von der Seite her kommende Feder darauf festhält. Die Schwingungen der Platte, die übrigens noch nicht ganz den Durchmesser der Elektromagnetrolle besitzt, können dabei nur äuſserst kleine sein; die kräftigsten Wirkungen können keine gröſseren Schwingungen veranlassen als die schwächsten und es wird möglich, die musikalischen Töne der Eisenbahntelegraphentelegramme von den Zeichen des Doppelgegensprechens und überhaupt von fremden, durch starke Ströme verursachten Zeichen zu unterscheiden. Da die schwingende Platte das Mundstück nicht abschlieſst, so würde beim Anhalten des Telephons aus Ohr das bekannte Rauschen sich vernehmen lassen (wie u.a. bei Muscheln). Um dies zu verhüten, wird die obere, den Wirkungsraum begrenzende Platte der Elektromagnetspule so groſs gemacht, daſs sie, ähnlich wie sonst die schwingende Platte, über die ganze Höhlung reicht und durch das auf das Rohr aufgeschraubte Mundstück auf dem Rohre festgehalten wird.

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