Titel: Verfahren zum Verbleien von Metallblechen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 7 (S. 246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi05_7

Verfahren zum Verbleien von Metallblechen.

Bisher konnten alle aus Eisen hergestellten Bleche o. dgl. nur auf die Weise verbleit werden, daſs man die zu verbleienden Flächen erst mit einem Zinnüberzug versieht, danach das Blei verschiedentlich aufbringt, so daſs es mit dem Zinn an den Berührungsflächen eine Legirung bildet. Wenn aber derart verbleite Flächen z.B. Säuren ausgesetzt werden, so kommt es vor, daſs die Säuren häufig durch die Poren des Bleiüberzuges dringen und das dahinter liegende Zinn auflösen, das Blech o. dgl. also zerfressen. (Vgl. Graham 1884 251 70. 252 323. Suckow 1885 256 142.)

Nach dem Verfahren von Oskar Elberling in Breslau (D. R. P. Kl. 7 Nr. 38897 vom 8. August 1886) sollen Metalle ohne Anwendung des Zinnes o. dgl. verbleit werden. Die zu verbleienden Metallflächen werden nämlich durch Beizen gereinigt, mit Wasser abgespült und dann längere Zeit mittels Stahlbürsten und Löthwasser so lange behandelt, bis die sämmtlichen Poren der Metallfläche geöffnet sind; hierauf läſst man sie etwa 1 Stunde mit dem Löthwasser bestrichen liegen, damit die Metallporen gewissermaſsen mit Löthwasser gesättigt werden, erhitzt dann den zu verbleienden Gegenstand auf etwa 360°, so daſs derselbe eine höhere Temperatur hat, als bei welcher das Blei schmilzt, gieſst endlich geschmolzenes, chemisch reines Handelsblei auf die betreffende Metallfläche und bürstet das flüssige Blei so lange mit Stahlbürsten in diese ein, bis eine innige Verbindung der beiden Metalle stattgefunden hat.

Bleche, welche nach diesem Verfahren verbleit sind, können angeblich in alle Formen gebogen und gewalzt werden, ohne daſs das Blei sich ablöst.

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