Titel: Vorkommen von Kohlenstoff-Titan im Roheisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 8 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi05_8

Vorkommen von Kohlenstoff-Titan im Roheisen.

Von P. W. Shimer (Chemical News, 1887 Bd. 55 S. 156) wurde beim Lösen von Roheisen in Salzsäure ein stahlgrauer, metallisch glänzender Körper erhalten, welcher sich unter dem Mikroskope als aus würfelförmigen Krystallen von 0,0036 bis 0mm,0169 Kantenlänge bestehend erwies. Die Menge, welche aus 10 bis 20g Bohrspänen erhalten wurde, genügte eben zur mikroskopischen Prüfung. Durch Verarbeitung gröſserer Mengen Roheisen gelang es dem Verfasser, ungefähr 1g des Körpers zu erhalten, welcher von dem anhängenden |247| Graphit durch Schlämmen und von ungelöstem Eisen mittels eines Magnetes befreit worden war. Das specifische Gewicht des Körpers betrug 5,10; er war unlöslich in Salzsäure und kochender Kalilauge, leicht löslich in Salpetersäure. Beim Erhitzen auf Hellrothglut im Wasserstoffstrome fand keine Gewichtsveränderung statt. Die Analyse ergab neben geringen Mengen von Kupfer und Vanadin folgende Zusammensetzung:

Titan 71,58
Kohlenstoff 16,94
Eisen 3,77
Phosphor 0,69
Mangan 0,16
Schwefel 1,57
Silicium 0,00
Stickstoff 0,00
Unlöslicher Rückstand (SiO2 haltig) 1,09
Nicht bestimmt 4,20

Hiernach besteht der Körper zu ungefähr 88 Proc. aus Kohlenstoff-Titan von der Formel TiC. Der geringe Ueberschuſs an Titan ist wahrscheinlich in anderer Verbindung vorhanden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: