Titel: Eigenschaften der Stickstoffverbindungen einiger Metalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 9 (S. 303–304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi06_9

Eigenschaften der Stickstoffverbindungen einiger Metalle.

Von H. N. Warren wurden Versuche angestellt über die Aenderungen, welche die physikalischen Eigenschaften der Metalle durch einen Gehalt an Stickstoff erleiden. Die Einführung des Stickstoffes wurde bei Eisen und Kupfer in der Weise bewirkt, daſs die Metalle in Form von Stäben in starken Thonröhren auf Hellrothglut erhitzt wurden unter Ueberleiten eines Stromes von trockenem Ammoniakgas. Die Einwirkungsdauer betrug von 2 bis 12 Stunden; der Gehalt an Stickstoff bewegte sich dem entsprechend beim Eisen von 0,004 bis über 0,5 Proc. Die Metalle zeigten, nachdem man sie im Ammoniak-Strome hatte erkalten lassen, eine deutlich krystallinische Oberfläche, welche beim Eisen von hochweiſser Farbe war, verbunden mit krystallinischem Bruch, ferner erhöhte Härte und auſserordentliche Sprödigkeit, welche Eigenschaften mit dem Wachsen des Stickstoffgehaltes an Stärke zunahmen. Wurde das Metallische Eisen durch wasserfreies Eisenchlorür ersetzt, so erhielt man unter Entweichen von Salmiaknebeln eine silberweiſse schwammige Masse, welche über 4 Proc. Stickstoff enthielt und sich an der Luft in 1 bis 2 Tagen vollständig in Eisenoxyd umwandelte. Eine amorphe, grün gefärbte Stickstoffverbindung des Kupfers wird gebildet durch Erhitzen von trockenem Kupferoxyd im Ammoniakstrome; sie zersetzt sich jedoch schon bei Dunkelrothglut mit Heftigkeit, während eine in ähnlicher Weise hergestellte Quecksilberverbindung bereits etwas über 204° mit groſser Gewalt explodirt und in mancher Beziehung dem Knallquecksilber ähnlich ist. In derselben Weise lassen sich mittels der Oxyde des Chroms, Nickels, Kobalts und Mangans, beim Chrom allerdings vortheilhafter durch Anwendung des Chlorides, ganz entsprechende |304| Verbindungen herstellen, welche sich ebenfalls durch leichte Zersetzlichkeit bei höherer Temperatur sowie groſse Sprödigkeit auszeichnen; dagegen verbinden sich Zinn und Zink bei gleicher Behandlung, ob man sie nun als Metall oder als Oxyd anwendet, nicht mit Stickstoff. Kleine Mengen von Stickstoffzink wurden von Warren durch elektrolytische Lösung von Zink bei Anwendung eines Ammoniaksalzes als Lösungsmittel erhalten. (Nach der Chemical News, 1887 Bd. 55 S. 155.)

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