Titel: F. Bain's Verbindungsmuff für elektrische Leiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 4 (S. 350)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi07_4

F. Bain's Verbindungsmuff für elektrische Leiter.

Einen von den bisher benutzten Verbindungsmuffen für Telegraphenleitungen abweichenden, röhrenförmigen Muff hat Forée Bain in Chicago angegeben. Nach der Electrical World, 1886 Bd. 8 * S. 19 besteht dieselbe, wie die Textfigur erkennen läſst, aus einem entsprechend langen Rohrstücke, dessen innerer Durchmesser so gewählt ist, daſs der zu verbindende Draht bequem hineingesteckt werden kann.

Textabbildung Bd. 264, S. 350

Dieses Rohr hat drei über die ganze Länge gleichmäſsig vertheilte Ausschnitte, von denen die beiden äuſseren in einer entlang des Muffes laufenden Geraden liegen, während der mittlere auf der entgegengesetzten Seite angebracht ist. Zur Herstellung der Verbindung werden beide Drahtenden sorgfältig gereinigt und in den Muff so weit hineingesteckt, daſs sie sich beim mittleren Loche treffen. Auf diesen Stoſs der Drahtenden wird nun ein Stück Loth gelegt und die Röhre mit einer Lothlampe oder einem sonst geeigneten Lothapparate erhitzt, bis das Loth schmilzt, wobei es den Zwischenraum zwischen Röhre und Draht ausfüllt und beide innig verlöthet. Ebenso füllt man dann – falls nöthig – die beiden anderen Löcher mit Loth und feilt sie auſsen sorgfältig rund ab.

Diese Verbindung eignet sich für jede Leitung, bietet dieselbe Festigkeit wie der Draht und ist wesentlich leichter herzustellen als das bis jetzt gebräuchliche Zusammendrehen der Drähte, bei welchem in Folge ungenügender Berührung der Drähte die Verbindungsstelle oft gröſseren Widerstand bietet als die Leitung selbst. Da die neue Verbindung auſsen glatt ist, kann sich an ihr auch keine Feuchtigkeit ansammeln, welche zum Zerfressen des Drahtes Veranlassung gibt. Da weniger Draht gebraucht wird, stellen sich auch die Kosten dieser Verbindung nicht höher als die der alten; ohne Nachtheil kann man kurze Drahtstücke verwenden. – Der Erfinder halt dieselben vorräthig für Draht von Nr. 0000 bis 16 der Brown und Sharp'schen Lehre.

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