Titel: Neuere Morse-Sender mit Tastenwerk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 3 (S. 407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi08_3

Neuere Morse-Sender mit Tastenwerk.

Bekanntlich hat Morse schon vor mehr als 40 Jahren versucht, bei seinem Telegraph die Absendung der Ströme mittels eines Tastenwerkes zu bewirken. In der Telegraphie im engeren Sinne haben solche Sender sich bisher keinen Eingang zu erringen vermocht, während eine verwandte Stromgebung in mehreren Fällen bei Telegraphen für besondere Zwecke mit Erfolg Verwendung findet. In jüngster Zeit ist von G. W. Baldrige in St. Louis, Ma., Nordamerika (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 38279 vom 31. März 1886) ein Morse-Geber mit Tastenwerk in Vorschlag gebracht worden, bei welchem nicht die Tasten selbst das Abtelegraphiren der Zeichen vermitteln, sondern besondere Contactfedern, welche erst nach dem Niederdrücken der zugehörigen Tasten zur Berührung mit ihren Schriftscheiben gelangen. Die Schriftscheiben, in welche den Zwischenräumen der Morse-Zeichen entsprechende nichtleitende Stücke eingesetzt sind, sitzen neben einander auf einer gemeinschaftlichen Achse, welche ein Triebwerk beständig in demselben Sinne umdreht. Natürlich ist dabei die Zeit des Abtelegraphirens für alle Zeichen gleich groſs und die ein Wort bildenden Zeichen erscheinen auf dem Papierstreifen in verschieden groſsen Abständen von einander. Mittels einer „Spatium-Taste“ kann ein besonderes Zeichen gegeben werden, welches das Ende eines jeden Wortes markirt.

Einfacher als Baldrige will der k. k. Oberlieutenant Job. Starcevic in Przemysl (Oesterreichisch-Ungarisches Patent Kl. 21 vom 3. December 1886) die Absendung eines ganzen Morse-Zeichens beim Niederdrücken einer Taste dadurch ermöglichen, daſs er die neben einander liegenden Tasten in je eine Contactfeder auslaufen läſst, welche beim Niederdrücken der Taste an der einen Seite eines festliegenden Contactprisma emporgeht, beim darauf folgenden Loslassen der Taste an der anderen Seite des Prisma herabgeht. In die leitenden Seitenflächen des Prisma sind isolirende Streifen eingesetzt, welche dem zu telegraphirenden Zeichen entsprechend die Unterbrechungen des beim Hinstreichen der Contactfeder an den leitenden Flächen des Prisma entsendeten Stromes veranlassen.

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