Titel: Kretschmar's Vereinfachung der Stohmann'schen Kalibestimmung in Aschen, Mineralien u.s.w.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 11 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi09_11

Kretschmar's Vereinfachung der Stohmann'schen Kalibestimmung in Aschen, Mineralien u.s.w.

Um das bei der Stohmann'schen Bestimmung der Alkalien lästige und die Analysenwerthe beeinträchtigende öftere Eindampfen zu vermeiden, empfiehlt M. Kretschmar in der Chemiker-Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 418, wenn es sich lediglich um Bestimmung des Kalis handelt, folgendes Verfahren: Setzt man voraus, daſs 0,5 bis 1g der zu untersuchenden Substanz zur Bestimmung des Kalis genügen, so werden 5g der Substanz in einem Kochkolben, wenn möglich in salzsaure Lösung gebracht, etwa vorhandenes Eisenoxydul durch einige Tropfen Salpetersäure oxydirt, die Schwefelsäure durch Chlorbarium kochend gefällt und die Flüssigkeit noch heiſs mit Ammoniak und Ammoniumcarbonat übersättigt. Dann bringt man die Flüssigkeit nebst Niederschlag, unbekümmert um die im Kolben haften bleibenden Reste des letzteren, in eine Porzellan-schale, dampft auf dem Wasserbade ein und trocknet den Rückstand unter 2 bis 3 maligem Umrühren bei 110°. Man löst nach Zusatz einiger Tropfen Ammoniak in heiſsem Wasser. Der Niederschlag hat durch das vorhergegangene Trocknen die Form eines sehr wenig voluminösen unlöslichen Pulvers erhalten, welches sich sehr bequem auswaschen läſst. Man bringt auf 500cc und verwendet zur Bestimmung 50 bis 100cc. Ist die Menge der vorhandenen Magnesia eine geringe, so kann die abgemessene Flüssigkeit unmittelbar in der Platinschale eingedampft und nach der Verjagung der Ammoniaksalze und erfolgten Auflösung des Kalis bestimmt werden. Bei dem Vorhandensein gröſserer Mengen von Magnesia wird wegen der Schwerlöslichkeit des Magnesiumplatinchlorides in Alkohol späterhin ein sehr langes Auswaschen des Kaliumplatinchlorides nothwendig. Es ist daher vortheilhafter, die abgemessene Menge des Filtrates mit einem Ueberschusse von Oxalsäure einzudampfen und nach schwachem Glühen des Rückstandes und Abfiltriren der Magnesia die erhaltene Flüssigkeit zur Kalibestimmung zu verwenden.

Von den häufiger vorkommenden Stoffen können bei Anwendung der Methode zugegen sein: die Säuren des Schwefels, Kieselsäure, Phosphorsäure, Borsäure, Fluſssäure, Eisen-, Aluminium- und Chromoxyd, Kalk, Baryt, Strontian, Magnesia und geringe Mengen Mangan.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: