Titel: Pessenger's Wasserdruckpresse für Blattfedern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 2 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi09_2

Pessenger's Wasserdruckpresse für Blattfedern.

Die bisher übliche Art des Biegens der Federblätter mittels Gesenken oder Walzen erfordert zur Erzielung des völligen Anliegens der einzelnen Blätter in der fertigen Feder eine von Hand zu verrichtende Nacharbeit. Die von Pessenger erdachte und von Wm. Collier und Comp. in Manchester ausgeführte Formpresse soll nach der Industries, 1887 Bd. 2 * S. 142 durch die Möglichkeit genauer Formgebung für jedes einzelne Blatt jede Nacharbeit entbehrlich machen.

Die Presse besteht aus einem aufrechten Rahmen, in welchem die dem |461| Systeme eigenthümlichen Gesenke lothrecht verschiebbar angebracht sind. Der Gesenkuntertheil ist durch stellbare Bügel gebildet, welche mittels Klemmschrauben an einer Tragplatte befestigt und beliebig nach der Lehre eingestellt werden. Diese Tragplatte ist in den Ständern der Maschine seitlich geführt und durch einen nach abwärts gerichteten Stiel mit dem Wasserdruckcylinder verbunden, welcher unterhalb des Bettbalkens befestigt ist und mittels einer Hebelvorrichtung gesteuert wird. Der Gesenkobertheil besteht aus neben einander liegenden und in der oberen Querverbindung der Ständer geführten Platten, welche am unteren Ende die Breite des gröſsten zu biegenden Federstahles haben, oberhalb der Führung aber wesentlich verbreitert sind, um das zum Abbiegen des rothglühenden Federblattes erforderliche Gewicht zu erzielen. Gleichzeitig sind die Platten mit diesen oberen Erweiterungen auf dem Ständer gehalten, derart, daſs deren Unterkanten im Ruhezustande in einer wagerechten Ebene liegen. Wenn nun das rothwarme Federblatt auf das Untergesenk gelegt und von diesem gehoben wird, so trifft es zunächst mit den mittleren Druckplatten und immer später mit den weiter seitlichen zusammen, so daſs die Biegung in ähnlicher Weise stattfindet, als ob die Federblätter über einem Gesenk mit Hammerschlägen gebogen würden. Das Federblatt kann durch einen Stift, welcher in den mittleren Gesenkbügel eingesetzt ist und durch das Nietenloch des Federblattes geht, gegen seitliche Verschiebung gesichert werden; gegen Verdrehung wird es durch die Hinterwand des Ständers gesichert, an welcher die Bügel des Untergesenkes mit der Rückseite gleiten. Sollen die Enden des obersten Federblattes gerade bleiben, um später daraus ein Auge zu rollen, so werden die betreffenden Druckplatten des Obergesenkes dadurch auſser Thätigkeit gesetzt, daſs sie an den seitlich angebrachten drehbaren Haken aufgehängt werden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: