Titel: Wahrscheinlicher Einfluſs der Bodenzusammensetzung auf das Portkommen der Reblaus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 13 (S. 519–520)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi10_13

Wahrscheinlicher Einfluſs der Bodenzusammensetzung auf das Portkommen der Reblaus.

Auf Grund zahlreicher statistischer Erhebungen über die Verbreitung der Reblaus im Departement du Gard und der hierbei gemachten Beobachtung, daſs die französischen Reben in gewissen Gegenden dem Vordringen der Reblaus mehr Widerstand leisteten als anderswo, kam Al. Cam. Dejardin nach den Comptes rendus, 1887 Bd. 104 S. 1249 auf den Gedanken, die geologischen Verhältnisse der einzelnen Rebenanlagen zu untersuchen. Er fand so, daſs im Granit, Dolomit, Trias, Keuper die Widerstandsfähigkeit eine gröſsere als z.B. im Grünsandstein, Neokom und anderen Formationen sei. Bei Versuchen mit amerikanischen Reben, welche bekanntlich für widerstandsfähig gehalten werden, zeigte sich diese Widerstandsfähigkeit ebenfalls abhängig von der Bodenzusammensetzung, so daſs dort, wo die französische Rebe mit mehr Erfolg aushält, die amerikanische Rebe sich auch besonders günstig entwickelt. Die sich hieran knüpfende Frage, durch welche Bestandtheile der verschiedenen Formationen die Widerstandskraft der Reben begünstigt wird, beantwortet Verfasser mit der Angabe, daſs der Gehalt an Stickstoff, Magnesia, Kali, Eisen, Mangan und Phosphorsäure des günstigeren Bodens ein sehr verschiedener ist von dem des ungünstigen. Besonders scheint die Magnesia eine groſse Bedeutung zu haben, indem sich zeigte, daſs in allen Anlagen, wo die französische Rebe Widerstand zu leisten vermag, der Magnesiagehalt des Bodens ein sehr bedeutender ist. Ferner ist der Procentgehalt an Magnesia in der Asche der |520| amerikanischen Reben ein höherer. Auch aus dem Umstände, daſs in der Asche der Wurzeln stets Magnesia vorhanden ist, glaubt Dejardin schlieſsen zu können, daſs durch die Magnesia die Rebe befähigter wird, den Angriffen der Reblaus zu widerstehen.

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