Titel: Zersetzung der Nitrate bei Gegenwart von Superphosphaten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 14 (S. 520)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi10_14

Zersetzung der Nitrate bei Gegenwart von Superphosphaten.

Häufig werden Superphosphate mit Salpeter gemengt als Düngemittel unter dem Namen zusammengesetzte Dünger besonders in Nordfrankreich und Belgien in den Handel gebracht. Nach Untersuchungen von A. Andouard (Comptes rendus, 1887 Bd. 104 S. 583) soll indessen ein solches Gemenge sehr wenig vortheilhaft bezüglich seines Stickstoffgehaltes sein, indem durch die Wirkung der freien Phosphorsäure bezieh. Schwefelsäure die Salpetersäure allmählich verdrängt wird und unverwerthet entweicht. So sank der Stickstoffgehalt eines derartigen Düngemittels von 6 Proc. Stickstoff in 5 bis 6 Wochen auf 3,78 Proc., bei einem anderen von 2 auf 0,72 Proc. nach 3 Wochen und Versuche im Kleinen, bei einer Temperatur von 25° ausgeführt, ergaben sogar einen Rückgang des Stickstoffgehaltes von 20 auf 14 Proc.

Dieser Mittheilung wird in der Chemiker-Zeitung, 1887 Bd. 11 S. 538 mit dem Hinweise entgegengetreten, daſs nach Petermann eine Zersetzung des Chilisalpeters nur durch freie Schwefelsäure und groſsen Gehalt an Eisensulfat und organischer Substanz stattfinden kann, freie Phosphorsäure aber die Salpetersäure selbst bei Wasserbadtemperatur niemals in Freiheit setzt. Nur an Eisen reiche und schlecht bereitete Superphosphate können deshalb in inniger Mischung mit Chilisalpeter zersetzend auf diesen wirken unter Entwicklung von Salpetrigsäuredämpfen.

Auch O. Güssefeld (a. a. O. S. 591) ist zu den gleichen Ergebnissen wie Petermann gelangt. Er konnte weder bei Einwirkung von trockenem, noch von feuchtem Malden-Superphosphat auf Chilisalpeter einen Stickstoffverlust beobachten und ist geneigt, die Andouard'schen Beobachtungen einem Gehalte des betreffenden Superphosphates an freier Schwefelsäure zuzuschreiben.

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