Titel: Einrichtungen zur mechanischen Veränderung von Schaufenster-Auslagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 6 (S. 517–518)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi10_6

Einrichtungen zur mechanischen Veränderung von Schaufenster-Auslagen.

Die tägliche Erfahrung lehrt, daſs die Kauflust mit der Erregung der Schaulust wächst und bewegte Gegenstände in den Schaufenstern das Auge der Vorübergehenden stärker fesseln als ruhende Schaustücke; dies mag zur Einrichtung von mechanisch sich beständig ändernden Auslagen für Schaufenster geführt haben. Am einfachsten erscheint hierzu die Anordnung von endlosen umlaufenden Ketten, an deren Gliedern die Tafeln für das Tragen der Auslagstücke hängen. Eine solche Einrichtung hat J. H. Helberger in Frankfurt a. M. (* D. R. P. Kl. 54 Nr. 34544 vom 24. Juni 1885) getroffen. Zwei Paar endlose Gliederketten werden über je zwei Achsen so geführt, daſs die Gegenstände auf den zwischen den Ketten eingehängten Tafeln oder Kasten im Schaufenster etwas nach hinten geneigt aufwärts steigen, dann an der Decke des Ladens entlang laufen, an der Hinterwand desselben absteigen und unter dem Fuſsboden oder dem Ladentische wieder nach vorn in das Schaufenster zurückkehren. Im letzteren Falle hat man, wenn der Ladentisch mit einer Deckplatte aus Glas ausgeführt wird, noch die Möglichkeit, im Laden selbst eine Auswahl zwischen den unter dem Ladentische hingeführten Gegenständen zu treffen. Als Betriebskraft für die Ketten werden kleine Gas- oder Wassermotoren empfohlen, welche wenig Aufsicht benöthigen. Die Gegenstände kehren bei der von Helberger ausgeführten Anlage alle 12 Minuten wieder.

Bei dieser Einrichtung muſs das Auge behufs näherer Prüfung den bewegten Auslagstücken folgen. Um zum Betrachten etwas Zeit zu lassen, wendet |518| Br. Meinert in Berlin (* D. R. P. Kl. 54 Nr. 35627 vom 13. Oktober 1885) das ganze Schaufenster füllende Kasten an, welche nach einer bestimmten Zeit schnell aufwärts steigen, worauf dahinter sofort ein neuer Kasten erscheint. Der Kreislauf der Kasten kann daher nicht wie bei Helberger durch ein Kettenpaar erfolgen, sondern es sind hierzu 4 Kettenpaare erforderlich; zwei wagerecht laufende Kettenpaare am Boden und an der Decke des Ladens oder in einem darüber liegenden Raume, welche langsam angetrieben werden und die Zu- und Abführung der Kasten vermitteln, und zwei senkrecht laufende Kettenpaare mit schneller Bewegung, welche die Kasten am Schaufenster von dem unteren Kettenpaare nach dem oberen befördern und hinten im Laden umgekehrt die Kasten wieder niederlassen. Diese Einrichtung erfordert allerdings viel Platz und dürfte daher nur bei Neuanlagen von Verkaufsläden oder Kaufhallen auszuführen sein.

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