Titel: Drehbank für Triebwerkswellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 4 (S. 574–575)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi11_4

Drehbank für Triebwerkswellen.

W. Muncaster und M. Mc Kaig in Cumberland (Nordamerikanisches Patent Nr. 334538) bauen Drehbänke für Wellen bis 7m,5 Länge, um dieselben bei einmaligem gleichzeitigem Angriffe dreier Werkzeuge fertig zu stellen. Die Antriebstufenscheibe des Spindelstockes liegt parallel zur Drehbankspindel nach hinten und sitzt auf einer Welle, welche längs des ganzen Drehbankbettes reicht und von leicht abzunehmenden Lagerarmen getragen wird, so daſs von dieser Welle aus sowohl die Planscheibe am Spindelstocke, als auch eine gleiche am Reitstocke mittels gleich groſser Räderpaare abwechselnd angetrieben werden kann. Die Planscheibengetriebe sind daher aus den Zahnkränzen der letzteren ausrückbar, um den Antrieb der abzudrehenden Welle von der Spindelstöckseite oder vom Reitstock aus bewerkstelligen zu können. Diese Einrichtung hat den Zweck, das vollständige Abdrehen des linksseitigen, sonst vom Mitnehmer verdeckten Wellenendes zu ermöglichen, ohne erst die Welle umspannen zu müssen. Zu diesem Behufe sind auch die Körnerspitzen unverhältniſsmäſsig lang, um die Stähle bis an die Wellenenden ansetzen und durchführen zu können; überdies sind die Mitnehmer zweitheilig, um die Welle eingespannt lassen zu können und das lästige Verrücken zu umgehen.

Um den Support möglichst nahe an die Planscheiben anführen zu können, ist derselbe ohne jede Verdrehungstheile sehr schmal construirt und besitzt drei Stahlhalter, welche mittels Schraubenspindeln von der Arbeitseite selbstständig verstellt werden. Von diesen Stahlhaltern liegt einer hinter der Welle, Ein Setzstock, mit einer genügenden Anzahl Führungsbüchsen ausgerüstet, steht unmittelbar hinter den Stahlhaltern. Diese sowie in der Höhenrichtung auf dem Drehbankbette verstellbare Rollenlager geben langen Wellen die nöthige Unterstützung. Die Drehbankswange hat einen Boden, der Querschnitt |575| ist daher U-förmig und bildet dadurch einen Auffangtrog für das bei der angewendeten hohen Schnittgeschwindigkeit erforderliche Kühlwasser, welches mittels Strahlrohre von einer Pumpe aus an die Schnittstellen ununterbrochen gespritzt wird. In der senkrechten Mittelebene in der Länge des Drehbankbettes läuft über zwei Trommeln ein starkes Drahtseil, welches den Supportschlitten an der Unterseite faſst und denselben zur Schneidstelle vorschiebt. Der Antrieb der Seiltrommel wird mittels ein Paar Winkelräder von der unteren Stufenscheibe des Schaltwerkes durch Vermittelung von Stirnrädern abgeleitet. Die Drehzapfen dieser vierstufigen Schaltscheiben sind über diese nach auſsen verlängert und durch ein lagerartiges Zwischenstück gegen Verbiegen durch den Riemenzug gesichert.

Die Umsteuerung der Schaltung besitzt einen Zahn bogen, welcher in einen zweiten greift, dessen Achse längs der Drehbankwange an der Vorderseite liegt. Diese Achse wird mittels eines Handhebels, welcher durch das Schild des Schlittens geht, bei der Abstellung der Schaltbewegung von dem Arbeiter verstellt. Diese Anordnung ist nothwendig, weil die Abstellung der Schaltbewegung doch sicherer zu erreichen ist, als das sofortige Zurücksetzen von drei Werkzeugen. Werkzeugträger und Reitstock werden von Hand nach üblicher Art mit Zahnstangengetriebe verschoben; ein passendes Rädervorgelege, welches unterhalb der Antriebstufenscheibe liegt, wird durch Excenterlagerung aus- und eingerückt.

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