Titel: Groſse Fördermaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 1 (S. 628)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi12_1

Groſse Fördermaschine.

Engineer, 1887 Bd. 63 * S. 190 bringt die Beschreibung der groſsen Fördermaschine, welche am 12. Oktober 1886 auf dem Lady-Windsor-Schachte zu Ynysybwl im Clydach-Thale (Wales) in Betrieb gesetzt wurde. Der Schacht durchteuft 3 Kohlenflötze, welche in Tiefen von 495m, 511m und 549m liegen und die Mächtigkeit von 2m,03, 2m,29 und 3m,0 besitzen; er hat im Ganzen 576m Tiefe und 5m,8 lichte Weite. Das Abteufen wurde in der auſserordentlich kurzen Zeit von 16 Monaten 9 Tagen beendet.

Die Fördermaschine ist aus den Werkstätten von Daglish und Comp. zu St. Helens hervorgegangen; sie ist gekuppelt und besitzt einen Cylinderdurchmesser von 1m,067 und einen Hub von 2m,133. Die Kolbenstangen sind von Stahl, vorn 165mm und hinten 140mm stark. Die Steuerung erfolgt durch Ventile; das Einlaſsventil hat 613qc, das Auslaſsventil 729qc Querschnitt. Die Ventilspindeln sind von Stahl und 35mm stark. Die Bewegung der Ventile erfolgt durch eine oberhalb derselben liegende hin und her gehende Gleitstange, an welcher für jedes Ventil je ein stählerner Daumen befestigt ist, der gegen eine Rolle an der auf die Ventilstange geschraubten geschlitzten Büchse wirkt. Die Daumen sind verstellbar und so geformt, daſs die Ventile rasch geöffnet werden; bei dem Rückgange bewirken die Daumen auch das Schlieſsen des Ventiles, wenn dasselbe etwa stecken bleiben sollte. Querhäupter, Pleuelstangen und Kurbeln bestehen aus Schmiedeisen. Die Kurbelzapfen sind aus Stahl, 228mm stark und 305mm lang. Die Gleitstücke sind 813mm lang und 228mm breit und an der Unterseite mit stellbaren Futtern versehen; die Bettplatte ist 557mm hoch und von 38mm Wandstärke.

Die Seiltrommel besteht, mit Ausnahme der beiden groſsen Nabenscheiben, ganz aus Siemens-Martin-Stahl; sie ist in doppelt kegelförmiger Gestalt hergestellt. Die Kegel besitzen links 7m,48 und rechts 10m,05 Durchmesser; zwischen den beiden Kegeln befindet sich ein cylindrischer Theil, welcher auch die Bahn für das Bremsband enthält. Das Gerüste der Trommel besteht ausschlieſslich aus Walzenstäben von T-Form, ohne alle Bleche; die Seilspur ist aus besonders gewalzten Formstäben, dem Seilquerschnitte entsprechend, hergestellt. Die Spiralwindungen derselben haben gleich groſse Steigung und sind in seitlicher Richtung hinreichend weit von einander entfernt, um dem Seile das nöthige Spiel zu gestatten; die Spirale macht 12 Windungen. Die Zapfen der Trommelwelle haben 457mm Stärke und 762mm Länge. Die Gesammtlast, welche vom Füllort aus in Bewegung zu setzen ist, beträgt 12t,5.

Gegenwärtig sind 6 Kessel aufgestellt, wovon 5 in Betrieb stehen; bei vollem Betrieb der Grube werden 12 Kessel erforderlich sein, von welchen dann für das Gebläse von 4m,42 Durchmesser auch eine Maschine mit 660mm Cylinderweite und 1219mm Hub bedient wird. Beim Baue des Maschinenhauses ist Vorsorge getroffen worden, im Bedarfsfalle eine zweite Fördermaschine von gleicher Gröſse aufstellen zu können.

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