Titel: Ueber Platin mit Thalliumgehalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 264/Miszelle 12 (S. 635)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj264/mi264mi12_12

Ueber Platin mit Thalliumgehalt.

Von H. N. Warren (Chemical News, 1887 Bd. 55 S. 241) wurde kürzlich bei einer Anzahl von Platindrähten verschiedener Dicke die Beobachtung gemacht, daſs dieselben, auf Rothglut erhitzt, der Flamme eines Bunsenbrenners eine stark grüne Färbung ertheilten, welche sich bei der spektroskopischen Prüfung als von einem Gehalte an Thallium herrührend erwies. Auch bei den meisten Proben von Platinblech, welche darauf derselben Behandlung unterworfen wurden, lieſs sich eine leichte Grünfärbung erkennen. Die quantitative Analyse, welche mit verschiedenen Drähten in der Art angestellt wurde, daſs ungefähr 10g in Königswasser gelöst, zur Trockne verdampft, mit Wasser aufgenommen und nach stattgehabtem leichtem Ansäuern mittels Salpetersäure mit Jodwasserstoffsäure versetzt wurden zur Fällung des Thalliums als Thalliumjodid, ergab einen durchschnittlichen Gehalt von 0,02 bis 0,1 Proc., während sich dagegen die Platinbleche als bedeutend reiner erwiesen. Auch in allen von Warren untersuchten Platinerzen lieſsen sich wechselnde Mengen Thallium nachweisen. Die vom Verfasser angestellten Versuche, in wie weit die Eigenschaften des Platins durch einen Thalliumgehalt beeinfluſst werden, ergaben, daſs ein Gehalt von 0,5 Proc. das Metall äuſserst spröde und völlig ungeeignet zur Darstellung von Drähten macht; aber auch 0,1 Proc. Thallium vermindern die Dehnbarkeit und Dauerhaftigkeit beträchtlich. Bei einem Gehalte von 2 Proc. Thallium schmilzt das Metall leicht bei Rothglut. (Vgl. E. Reichardt 1874 213 445.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: