Titel: Die niedrigste Verbindungsstufe des Silbers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 10 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi01_10

Die niedrigste Verbindungsstufe des Silbers.

Die viel umstrittene Frage wegen der Existenz der Oxydulverbindungen des Silbers scheint neuerdings durch Versuche O. von der Pfordten's definitiv gelöst zu sein. Derselbe erhielt zunächst das Silberoxydul, Ag4O, auf folgenden beiden Wegen:

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1) Zu einer mit Silbernitratlösung versetzten, stark verdünnten, klaren Lösung von neutralem, weinsaurem Natrone werden allmählich unter heftigem Umrühren kleine Mengen Kali gegeben, bis sich unter Färbung der Flüssigkeit von Gelb bis Tiefroth ein Körper ausscheidet, der sich nach einigen Stunden am Boden des Gefäſses als feiner, tiefschwarzer Niederschlag absetzt. Derselbe ist jedenfalls das Silberoxydulsalz einer organischen Saure, wahrscheinlich der Weinsäure.

2) Wird eine verdünnte, ammoniakalische Lösung von Sibernitrat mit einer Lösung von phosphoriger Säure (1 Th. krystallisirtes PO3H3 in 2 Th. Wasser) langsam unter Schütteln versetzt, so scheidet sich ebenfalls ein schwarzer Niederschlag ab, dessen Zusammensetzung indeſs noch nicht aufgeklärt ist. Aus ihm sowie aus dem vorerwähnten organischsauren Salz erhält man durch Einwirkung von Alkalilauge und Wasser das Silberoxydul, Ag4O, in freiem Zustande. Dasselbe wird ein paar Mal mit Alkali haltigem Wasser decantirt und dann feucht unter verdünnter Alkalilauge aufbewahrt. Das Sulfür, Ag4S, bildet sich zwar auch aus dem Salze durch Umsetzung mit Schwefelammonium oder Schwefelnatrium, doch stellt man es am besten aus dem Oxydul durch Uebergieſsen mit frisch bereitetem Natriumhydrosulfid dar. (Nach den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1887 Bd. 20 S. 1458.)

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