Titel: Elektrische Kraftübertragung in Oerlikon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 5 (S. 95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi02_5

Elektrische Kraftübertragung in Oerlikon.

Mit Maschinen von C. E. L. Brown (vgl. 1887 264 * 588) sind im November 1886 in der Brown'schen Werkzeug- und Maschinenfabrik in Oerlikon bei Zürich Versuche über die elektrische Kraftübertragung angestellt worden, welche namentlich über den Kraftbedarf der treibenden Maschine, die Beziehung zwischen der Geschwindigkeit der treibenden und der getriebenen Maschine und die Geschwindigkeitsänderung mit der Arbeitsänderung Aufschluſs geben sollten. Die Versuche wurden von Brown geleitet und von mehreren unabhängigen Fachmännern überwacht. Die Maschinen waren nach Engineering 1887 Bd. 43 * S. 221 zur Uebertragung einer Wasserkraft von etwa 50 Pferd von Kriegstetten nach der 8km entfernten Fabrik von Müller-Kaiber in Solothurn gebaut. Der erzielte commerzielle Wirkungsgrad betrug über 70 Proc. Die in Oerlikon angestellten Versuche wurden unter gleichen Bedingungen angestellt, unter denen die Maschinen später wirklich zu arbeiten haben werden. Die Linie von 9,5 Ohm Widerstand war durch einen Eisenwiderstand von 10 Ohm ersetzt, der im Verhältniſs seiner Erwärmung verkürzt wurde. Der Widerstand der vier hinter einander geschalteten Maschinen (vgl. auch 1887 264 589) betrug 23,44 Ohm. Elektrische Messungen waren möglichst ausgeschlossen und durch mechanische ersetzt; der Wirkungsgrad gibt das Verhältniſs der mechanisch gemessenen gelieferten Leistung zu der ebenfalls mechanisch gemessenen aufgewendeten.

Dem a. a. O. mitgetheilten Berichte fügt Prof. Amsler-Laffon einige Bemerkungen hinzu. Die Brown'schen Maschinen seien einfach, dauerhaft und zweckmäſsig; die leicht zugänglichen Bürsten zeigten wenig Funken und bedurften während der Versuche keine Stellungsänderung bei Einschaltung von mehr und mehr Lampen. Bürsten und Stromsammler nutzten sich wenig ab. Die Feldmagnete wurden bei einem Laufen von mehreren Stunden nur wenig Wärmer, besondere Mittel zu selbstthätiger Kurzschlieſsung schützen gegen zu starke Ströme.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: