Titel: Hart Robertson's Copirtelegraph.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 4 (S. 190–191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi04_4

Hart Robertson's Copirtelegraph.

Wesentlich nach demselben Grundgedanken wie Cowper (1879 232 413) und Jüllich (1881 239 414) hat J. Hart Robertson einen Copirtelegraphen hergestellt, welcher zur Zeit in der American Exhibition in London (Holborn-Viaduct) ausgestellt ist. Zum Betriebe desselben sind nach Engineering vom 2. September |191| 1887 ebenfalls zwei Drähte erforderlich. Im Empfänger ist eine mit Tinte gefüllte Schreibfeder (fountain pen) vorhanden, welche durch Stifte in einer Krücke am oberen Ende einer lothrechten Stange befestigt ist. Die Stange trägt den gemeinschaftlichen Anker für zwei unter rechtem Winkel gegen einander wirkende Elektromagnete und ist an ihrem unteren Ende verdünnt, so daſs sie federt und die Feder nach jeder Richtung in der wagerechten Ebene bewegt werden kann. Unter der Schreibfeder wird der Papierstreifen fortgezogen durch ein Triebwerk, das von Zeit zu Zeit aufgezogen werden muſs. Jeder der beiden Elektromagnete ist in eine der beiden Leitungen eingeschaltet und zieht bei ström erfüllter Leitung den Anker so weit an sich heran, als die Stromstärke bedingt und die Abreiſsfeder oder das Gewicht gestattet, Welche ihn in seine Ruhelage zurückzuführen trachten. Durch entsprechende Aenderung der beiden Stromstärken vermag also die Feder alle möglichen Züge innerhalb ihres Wirkungskreises zu schreiben.

Im gebenden Amte endet nun jede der beiden Leitungen an einem Contactstücke, das das Ende einer wagerechten Reihe von Kohlenscheiben bildet. Jede dieser Scheiben hat die Gröſse und Dicke von Brief-Oblaten. Jede Reihe liegt in einer isolirenden Büchse und es kann ihr mittels einer Schraube eine gestimmte Anfangspressung ertheilt werden. Das zweite Ende jeder Reihe bildet ein zweites Contactstück, das mit der Batterie verbunden ist und bei Bewegung der „gebenden Feder“ von dieser aus mit bewegt wird und dabei je nach der Richtung der Bewegung die Pressung der Kohlenscheiben vergröſsert oder verkleinert, den Widerstand derselben vermindert oder vermehrt. Die beiden Reihen liegen ebenfalls unter rechtem Winkel gegen einander. Durch die Bewegung der gebenden Feder wird also die Stromstärke in den beiden Leitungen der Bewegung gemäſs abgeändert.

Es ist nicht nöthig, daſs die gebende Feder eine wirkliche Feder ist, mit Reicher die einzelnen zu telegraphirenden Buchstaben auf einen unter der Feder fortbewegten Papierstreifen aufgeschrieben werden; nach kurzer Uebung genügt es vielmehr, daſs der Telegraphirende die zu telegraphirenden Buchstaben in die Luft schreibt.

Zum Rufen ist eine elektrische Klingel vorhanden.

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