Titel: Aetzung von Manganbronze beim Baumwolldruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 10 (S. 287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi06_10

Aetzung von Manganbronze beim Baumwolldruck.

Die im Calicodruck benutzte Manganbronze (Manganbister) besteht aus einem Manganoxyd und wird durch auf einander folgende Behandlung der Tücher mit Mangansalzlösung, Aetznatron und Chlor oder Bichromatlösung erzeugt. Zum Aetzen von Manganbronze wird jetzt Zinnchlorür benutzt. Wenn eine Lösung dieses Salzes auf Manganbronze gedruckt und gedämpft wird, so wird auf dem Tuch Zinnoxyd fixirt und es entsteht lösliches Manganchlorid, welches durch Waschen entfernt wird. J. Riley hat im J. 1883 gefunden, daſs Sulfocyanide bedeutende reducirende Wirkung auf Manganbronze haben. Auch J. Mercer, welcher 1823 die Manganbronze einführte, hat diese Thatsache schon früher erwähnt. J. Riley hat nun, wie er im Journal of the Society of Chemical Industry, 1887 Bd. 6 S. 193 berichtet, eine Mischung zum Aetzen von Manganbronze gefunden, welche auch angewendet werden kann, wenn zu gleicher Zeit Farbstoffe, die durch Albumin fixirt werden, vorhanden sind. Leider ergab dieselbe aber noch nicht die praktischen Erfolge, welche Riley zuerst erwartete. Eine Mischung von 1,5 Th. Ammoniumsulfocyanid und 3 Th. Chlorammonium gibt die besten Resultate. Beim Dämpfen schwellen aber die Salze durch Wasseraufnahme, so daſs bei Benutzung zusammen mit Vermilion oder Ultramarin um die rothen oder blauen Zeichnungen sich weiſse Ränder zeigen. Bleisulfocyanid ätzt besser, das Kaliumsalz dagegen schlechter als Ammoniumsulfocyanid.

Für die chemischen Veränderungen, welche beim Aetzen mit Sulfocyaniden stattfinden, läſst sich bis jetzt keine zufriedenstellende Erklärung geben. Wahrscheinlich entsteht aus dem Schwefel des Sulfocyanides durch Umsetzung mit Mangansuperoxyd Mangansulfat. Die Rolle des Chlorammoniums bei der Aetzung ist völlig unerklärlich.

P. N.

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