Titel: Zuschriften an die Redaktion.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 11 (S. 287–288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi06_11

Zuschriften an die Redaktion.

Nach dem Auszuge aus den Attesten der Kgl. mechanisch-technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg. T 890 a–c.

ergab sich bei den vergleichenden Untersuchungen von drei Zeichenpapieren – Nr. 345 (mit Stempel „Nur Deutsch“), Nr. 399 (beide von Eugen Hoesch und Orthaus in Düren) und Whatman – auf Zeichnen- und Tusch-Fähigkeit,

sowie auf Wasch- und Radir-Festigkeit:

Bezeichnung der Papiere: 345 399 Whatman
Beschreibung „ „ „Nur Deutsch“
Farbe weiſs
Glanz maschinenglatt
Durchsicht stark wolkig schwach
wolkig
Befund der mikroskopischen Unter-
suchung

das Papier besteht aus
Leinenfasern mit einem Zu-
satz von Baumwollfasern

das Papier be-
steht aus
Leinen- und
Baumwollfasern
Untersuchung auf Leimung das Papier ist leimfest
Aschengehalt 1,00 Proc. 1,25 Proc.

Die Untersuchungen wurden von Zeichnern des technischen Bureaus der Unterzeichneten Anstalt ausgeführt.

Auf sämmtlichen drei Papieren läſst sich mit der Ziehfeder gleich gut arbeiten; beim Radiren verschwanden die Tuschlinien auf Nr. 345 und 399 vollständig, während auf „Whatman“ Spuren zurückblieben. Beim Wieder- |288| ausziehen auf den radirten Stellen verhielten sich die drei Papiere gleich gut. Beim Auswaschen der Linien hinterblieben bei sämmtlichen Papieren Spuren, die bei Nr. 345 und 399 sehr schwach, bei „Whatman“ ziemlich deutlich sichtbar waren- beim Wiederausziehen der gewaschenen Stellen verhielten sich die drei Proben gleich gut.

Beim Anlegen mit Tusche zeigten sich alle Papiere fleckenlos; beim Radiren hinterlieſsen Nr. 399 und „Whatman“ schwache Spuren der Farbe, während solche bei Nr. 345 nicht zu bemerken waren; die radirten Stellen konnten zum zweiten Male bei allen drei Proben fleckenlos angelegt werden.

Beim Auswaschen der Farbe zeigten sämmtliche Papiere Spuren derselben, die bei Nr. 345 und 399 schwach, bei „Whatman“ sehr deutlich sichtbar waren; die gewaschenen Flächen waren nach dem Wiederanlegen bei den drei Proben fleckenlos.

Nach dem Auswaschen und demnächsten Trockenwerden der gewaschenen Stelle zeigte sich die letztere bei Nr. 345 und 399 nur wenig wellig, während sie bei „Whatman“ stark faltig wurde. Ferner ergab sich bei T 272 g–i.

Nr. 398 A=
341–343
Nr. 399 A =
345–347

Whatman
1) Bruchdehnung in Richtung des
Maschinenlaufes

3,1

2,7

4,5 Proc.
2) Reiſslänge in Richtung des Ma-
schinenlaufes

4970

4230

3860 Meter
3) Bruchdehnung senkrecht zum
Maschinenlauf

6,4

5,4

5,3 Proc.
4) Reiſslänge senkrecht zum Ma-
schinenlauf

3220

3330

3320 Meter
Widerstand gegen Zerknittern groſs

Die Papiere sind aus Leinenhadern hergestellt, geringe Mengen Baumwolle sind vorhanden. Holzschliff und freie Säure ist nicht vorhanden. Die Papiere sind leimfest.

Da durch die amtlichen Versuche die Ueberlegenheit des deutschen Papieres erwiesen ist, so hat auf die Eingabe der Fabrikanten die Reichskanzlei unterm 5. Oktober 1887 (R 3026) entschieden, daſs für die ihr unterstehenden Aemter fernerhin „nur deutsche Zeichenpapiere“ zur Verwendung kommen sollen.

––––––––––

Die Geschäftsführung des Vorstandes der Schmiedeinnung in Magdeburg (Schriftführer Müller) erläſst an alle betheiligten Schmiedeinnungen und Schmiedemeister eine Einladung zum preuſsisch-sächsischen Schmiedetage auf Sonntag den 20. November zur Begrüſsung und Montag den 21. November Morgens 9 Uhr (Buckauer Bierhalle, Magdeburg) zur Verhandlung mit folgender Tagesordnung:

1) Die Bedeutung des Deutschen Schmiedeinnungs-Verbandes für die Entwickelung und Förderung des Schmiedegewerbes;

2) das Hufbeschlag-Prüfungswesen in der Provinz Sachsen;

3) der Einfluſs des neuen § 100 f der R.-G.-O. auf die Organisation des Herbergs-, Arbeitsnachweise-, Reisegeschenks- und Schiedsgerichtswesens bei unseren Schmiedeinnungen;

4) die Fragen des Fortbildungs- und des Fachschulwesens;

5) die Handhabung des Gesellen-Legitimationswesens bei unseren Schmiedeinnungen;

6) Entgegennahme von Anmeldungen seitens sächsischer Schmiedeinnung zur Mitgliedschaft am Deutschen Schmiedeverbande;

7) Sonstiges.

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