Titel: Ueber die Wirkung von Zinkchlorid auf Castoröl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 9 (S. 286–287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi06_9

Ueber die Wirkung von Zinkchlorid auf Castoröl.

Castoröl besteht wesentlich aus dem Triglycerid der Ricinölsäure C18H34O3 und zeigt daher in seinen Eigenschaften viele Verschiedenheiten von anderen Oelen, welche Glyceride von Stearin-, Oel- und Leinölsäure enthalten. Namentlich ist das specifische Gewicht wie auch die Löslichkeit in Alkohol und anderen Lösungsmitteln bedeutend verschieden. C. R. A. Wright hat nach dem Journal of the Society of Chemical Industry, 1887 Bd. 6 S. 326 bei Versuchen, welche er zusammen mit A. Muirhead anstellte, gefunden, daſs concentrirte Lösungen von Zinkchlorid eine Verdickung von vielen Oelen, so namentlich von Castoröl, hervorrufen. Es gelingt, durch Behandlung von Castoröl mit Zinkchlorid eine hornartige, knorpelige Masse zu gewinnen, welche nach Entfernung des Zinkchlorides durch Waschen mit Wasser nützliche Anwendung zur Herstellung von Mischungen, mit welchen elektrische Leitungen isolirt werden, finden kann. Je nach der Menge des angewendeten Zinkchlorides, der Stärke der Lösung und der Temperatur können verschiedene Verdickungsgrade erzielt werden. Am besten benutzt man eine Lösung von der Zusammensetzung ZnCl2.2H2O, welche durch Eindampfen bis zu dem Siedepunkt 175° erhalten wird. Dann kühlt man die Chlorzinklösung bis 125° ab und trägt nun unter Umrühren ⅓ des Gewichtes Castoröl ein. Das Oel scheidet sich in der Lösung in Klumpen ab und wird beim Kochen mit Wasser in weiſse knorpelige Fetzen umgewandelt. Das Chlorzink wird gröſstentheils als concentrirte Lösung zurückgewonnen, welche sofort wieder benutzt werden kann. Der Rest muſs durch Eindampfen wieder concentrirt werden, knorpelige Substanz ist in den physikalischen Eigenschaften vom Castoröl völlig verschieden und löst sich in den für Castoröl gebräuchlichen Lösungsmitteln |287| nicht. Bei langem Kochen mit alkoholischer Kalilösung kann aber aus der Knorpelsubstanz, wie aus dem Castoröl, Glycerol abgeschieden werden.

P. N.

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