Titel: Die gegenseitige elektrochemische Stellung von Stahl, Guſs- und Schmiedeeisen in Seewasser u.a.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 2 (S. 527–528)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi11_2

Die gegenseitige elektrochemische Stellung von Stahl, Guſs- und Schmiedeeisen in Seewasser u.a.

Nach Iron, 1887 Bd. 30 * S. 348 hat Thomas Andrews der Royal Society of Edinburgh die Ergebnisse einer groſsen Reihe von Versuchen mitgetheilt, welche |528| er mit Schmiedeeisen, Stahl und Guſseisen angestellt hat, indem er sie in Seewasser, anderen Wässern und Lösungen zu galvanischen Elementen verband. Der Zweck der Versuche war, die relative elektrochemische Stellung dieser Metalle in den verwendeten Flüssigkeiten festzustellen. Die allgemeinen Schlüsse, zu denen die a. a. O. in einer groſsen Zahl von Tabellen zusammengestellten Versuchsergebnisse berechtigen, lauten:

1) Die elektrochemische Stellung von Schmiedeeisen, Stahlsorten und Guſseisen scheint sich mit der Natur der Lösung zu ändern, worein sie getaucht werden, denn eine saure Lösung liefert häufig andere Ergebnisse als eine nur neutrale Salze enthaltende. Ein solcher Wechsel der gegenseitigen elektrochemischen Stellung der Metalle ist oft auch zu bemerken sowohl wenn sie in eine saure Lösung, wie wenn sie in eine neutrale Lösung eingetaucht sind.

2) Ein meſsbarer Unterschied ist bemerkbar in dem Verhalten von verschiedenen Stahlsorten u.s.w., wenn sie den in den Versuchen erwähnten Bedingungen unterworfen sind. Dies würde zu dem Schlüsse führen, daſs die zu Folge weitgehender Verrostung im Seewasser durch galvanische Wirkung drohende Gefahr ein nicht auſser Acht zu lassender Factor bei zusammengesetzten Bauwerken aus diesen Metallen ist. Die Neigung, die Wirkung gegenseitig aufzuheben und der folgende Wechsel in der elektrochemischen Stellung scheint einen beträchtlichen Einfluſs auf die Verminderung und Verzögerung dieser Gefahr auszuüben. Die galvanische Wirkung zwischen Schmiedeeisen und Stahl u.s.w. scheint sich auch wesentlich im Laufe langer Zeiträume zu vermindern, sonst dürfte die Möglichkeit des Eintretens zerstörender Verrostung durch eine solche Wirkung, obgleich sie niemals unberücksichtigt gelassen werden darf, ein noch furchtbarerer Gegner sein, als sie im Ingenieurwesen thatsächlich ist. Doch sollte, was kaum bemerkt zu werden braucht, diese Quelle der Zerstörung bei Bauten aus Schmiede- und Guſseisen und Stahl nicht übersehen werden.

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