Titel: Heisch's Verfahren zur Nachweisung von Abwasser im Trinkwasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1887, Band 266/Miszelle 8 (S. 606–607)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj266/mi266mi13_8

Heisch's Verfahren zur Nachweisung von Abwasser im Trinkwasser.

Die Auffindung von Abwasser im Trinkwasser nach Heisch's Verfahren beruht darauf, daſs bei Zusatz von Rohrzucker zu verunreinigtem Wasser zuerst eine durch Bildung kleiner runder Zellen verursachte Trübung entsteht. Nach einigen Tagen scharen sich die Zellen zu traubenförmigen Gebilden zusammen und nachher lagern sie sich schnurförmig an einander. Diese Erscheinungen sind aber nach Frankland nicht als Beweise dafür anzusehen, daſs ein Wasser mit Abwasser verunreinigt ist, da auch gutes Wasser, besonders bei Zusatz von Phosphorsäure haltigen Stoffen dieselben Eigenschaften zeigt Fr. E. Lott veröffentlicht im Journal of the Society of Chemical Industry, 1887 Bd. 6 S. 495 zahlreiche Versuche, welche Frankland's Beobachtungen bestätigen. Seine Schlüsse über den Werth der Heisch'schen Probe sind folgende:

1) Ein Wasser, welches bei einfacher Behandlung mit Rohrzucker bei 27° |607| Buttersäuregährung zeigt, kann ohne Weiteres als ungeeignet für Genuſs zwecke betrachtet werden.

2) Die Thatsache für sich allein, daſs Wasser keine Buttersäuregährung zeigt, ist kein Beweis für die Reinheit desselben.

3) Es ist unwahrscheinlich, daſs Wasser, welches bei Heisch's Probe völlig klar bleibt, unoxydirte von Abwasser stammende Bestandtheile enthalte. Jedenfalls ist es weniger wahrscheinlich, daſs klar bleibendes Wasser verunreinigt ist als solches, welches bei der Probe milchig wird.

4) Das Ferment der Buttersäuregährung wird durch Gegenwart von abnormalen Mengen Chlor, Ammoniak, Sulfaten und Nitraten nicht merklich beeinfluſst, aber es zeigt die Gegenwart von Phosphorsäure sehr genau an.

P. N.

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