Titel: Der fahrbare Beleuchtungsapparat der Oesterreichischen Nordwestbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 268/Miszelle 3 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj268/mi268mi01_3

Der fahrbare Beleuchtungsapparat der Oesterreichischen Nordwestbahn.

In der Zeitschrift für Elektrotechnik, 1888 * S. 37, beschreibt der Telegraphen-Vorstand der Oesterreichischen Nordwestbahn, Fr. Bechtold, eingehend einen nach dem von der Nordwestbahn aufgestellten Programme von Siemens und Halske in Wien gebauten fahrbaren elektrischen Beleuchtungsapparat, dessen officielle Erprobung mit günstigem Erfolge am 11. Oktober 1887 am Wiener Frachtbahnhofe der Bahn stattgefunden hat.

Es besteht demnach der vollständige Apparat aus einem Maschinenwagen, einem Beiwagen und einer Ladevorrichtung, welch letztere beim Bahntransporte auf den für die ersteren erforderlichen zwei Lowries stets bis zur Bestimmungsstation mitzuführen ist.

Der Maschinenwagen von 6320k Gesammtgewicht besteht aus einer Locomobile von 12 effectiven Pferdekräften, bei welcher auf einem über dem horizontalen Kessel (für 12at geprüft bei 8at Betriebsdruck) angebrachten Rahmen aus Eisenträgern, von der Ausdehnung des Kessels unbeeinfluſst, sowohl die eincylindrige, mit Mayer'scher Expansionssteuerung versehene und 175 Umdrehungen in der Minute machende Dampfmaschine, als auch die Dynamomaschine (für 110 Volt und 50 Ampère bei 1100 Umdrehungen in der Minute) ruhen.

Der Beiwagen dient zur Aufnahme aller für die Beleuchtungsanlage erforderlichen Apparate, Materialien und Werkzeuge. Das Dach des Beiwagens dient zur Verladung von 8 Stück 6m,5 langen eisernen Lampenmasten und 30 Stück etwa 5m,5 langen Leitungsstangen aus Bambusrohr, während an seinen beiden Längsseiten je ein Schenkel einer 6m langen Schub-Doppelleiter hängt. Ueberdies sind an demselben auf der einen Seite 8 und auf der anderen Seite 4 Doppelglocken-Isolatoren fest angebracht. Das Gewicht des beladenen Wagens beträgt 3800k.

Die Ladevorrichtung wiegt 1360k. Die beiden Schenkel ihrer Rampe können gewechselt und die Stellung der Winde geändert werden, damit die Wagen nach Bedarf rechts oder links vom Bahngeleise verladen werden können.

Für die Bogenlampen war die Parallelschaltung (je 2 Bogenlampen hinter |48| einander in 4 parallelen Stromkreisen) vorgeschrieben worden, was die Anlage schwieriger gemacht hat, als sie bei Hintereinanderschaltung geworden wäre.

Die Montirungsarbeit ist a.a.O. ausführlich beschrieben; dieselbe ist nicht so umständlich, als es scheinen könnte. Bei der Probe vom 11. Oktober 1887 wurde die Einrichtung sämmtlicher 5 Stromkreise mit Hilfe von 12 vollkommen ungeschulten Arbeitern in der Zeit von 8 Uhr Früh bis 5 Uhr Nachmittags und bei der a.a.O. erwähnten Korneuburger Beleuchtung die Aufstellung von 2 Bogenlampen-Stromkreisen und der Glühlampen mit nur 6 ebenfalls ungeübten Arbeitern bequem in 5 Stunden bewerkstelligt.

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