Titel: Apparat zur Fettextraction.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 268/Miszelle 4 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj268/mi268mi01_4

Apparat zur Fettextraction.

O. Foerster empfiehlt zur Bestimmung des Fettes in Futtermitteln u. dgl. den nebenstehend abgebildeten Apparat, welcher aus folgenden Theilen besteht: Ein 50 bis 60cc fassendes Trockengläschen A, in welchem der zur Extraction bestimmte Aether zum Sieden erhitzt und das Fett später gewogen wird. Ein am unteren, verengten Theile in den Hals von A luftdicht eingeschliffenes, etwa 30mm weites und bis zur Verengung 190mm langes Rohr B, in welchem der Aetherdampf aufsteigt und welches das eigentliche Extractionsgefäſs C aufnimmt. Das unten sich bis auf 4 bis 5mm verengende bis zur Verengung etwa 150mm lange und 22mm weite Extractionsgefäſs C. Dasselbe ist ein in B lose hineinpassendes Filtrirrohr, dessen Wandungen an einigen Stellen ringsherum nach auſsen verdickt sind, so daſs zwischen den Wandungen von B und C ein Spielraum für den Aetherdampf bleibt. Dieses Rohr ist zur Aufnahme der zu extrahirenden Substanz bestimmt und oberhalb und unterhalb derselben mit Pfropfen von entfetteter Baumwolle a und b zu verschlieſsen. Den vierten Theil bildet ein etwa 140mm langer, in seiner Weite dem Rohre B entsprechender und in dasselbe luftdicht eingeschliffener, gläserner Kühler D mit Schlangenrohr zum Condensiren des Aetherdampfes. Der Dampf des in A siedenden Aethers steigt in dem Zwischenraum zwischen B und C nach dem Schlangenrohr des Kühlers D hinauf, wo derselbe verdichtet wird, so daſs der Aether von diesem auf die in C befindliche pulverisirte Substanz hinabtropft. Da die Temperatur der letzteren durch den Aetherdampf fast bis zum Siedepunkt des Aethers erwärmt wird, so erfolgt die Extraction leicht und in kürzester Zeit vollständig bei möglichst geringem Aetherverbrauch. Die ätherische Fettlösung tropft nach A zurück, in welchem das Fett nach beendigter Extraction und nach Verflüchtigung des Aethers gewogen wird.

Textabbildung Bd. 268, S. 48
Es läſst sich leicht eine Reihe solcher Apparate vereinigen, indem man die Kühler derselben durch Gummischläuche verbindet und den zur Erwärmung der Aethergläschen dienenden Wasserbädern eine geeignete Form gibt.

Der beschriebene Apparat kann natürlich auch zur Extraction mit anderen Flüssigkeiten benutzt werden (nach Zeitschrift für analytische Chemie, 1888 Bd. 27 * S. 30; vgl. auch L. Lewin *, 1887 264 * 25).

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