Titel: Benutzung des Magnesiumlichtes für Signalzwecke und bei photographischen Aufnahmen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 268/Miszelle 3 (S. 336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj268/mi268mi07_3

Benutzung des Magnesiumlichtes für Signalzwecke und bei photographischen Aufnahmen.

Eine Militärcommission hat nach dem Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung, 1888 S. 32, vor Kurzem in der Nähe von Potsdam auf dem Pfingstberge Versuche über die Verwendbarkeit des Magnesiumlichtes zu Blicklichtern für die Signalzwecke der Marine angestellt. Die Königl. Bauverwaltung hatte den dort gelegenen Nordthurm zu den Versuchen hergegeben. Die Versuche bezweckten namentlich die Ermittelung der Tragweite des Magnesiumlichtes und lieferten ein durchaus befriedigendes Ergebniſs. Die Signalraketen, welche etwa 1000 Fuſs hoch stiegen, sowie die Blitze zu ebener Erde und auf der Plattform des Thurmes, sichtbar in Gestalt halbkreisförmiger Lichtbogen, wurden auf allen zu dem Zweck eingerichteten Beobachtungsstationen klar und deutlich gesehen, so in den 50km entfernten Orten Belzig, Köpenik, Schmergow und Brandenburg, bei erleuchteter Luft auch in Spandau, Teltow, Charlottenburg und Berlin. Da die Vorbereitung zu den Versuchen dem Potsdamer Publikum geheim gehalten worden war, so glaubte man am Abend in der Stadt allgemein, ein groſses Wetterleuchten zeige sich. Der Preis des Magnesiumbandes, wie es bei den Lampen verwendet wird, beträgt gegenwärtig nur etwa 40 M., und bei gröſserem Bedarf ist eine billigere Herstellung auſser Zweifel. Nach den Messungen von C. Heim (vgl. 1887 266 43) liefert eine Magnesiumlampe von Grätzel mit 8 Bändern eine Lichtstärke von 950 Normalkerzen, die durch Verwendung passender Reflectoren noch um das 20fache, also etwa auf 17000 Kerzen gesteigert werden kann. Heim berechnet nach seinen Versuchen die Kosten für 100 Kerzen zu nur 32 Pf.; hiernach würde das Magnesiumlicht für groſse Lichtstärken das einfachste und billigste Beleuchtungsmittel sein. Im Berliner Physikalischen Verein hat Prof. C.W. Vogel Mittheilungen über ein billiges Pulver gemacht, das beim Anzünden ein hinreichend kräftiges Licht zur Herstellung von Augenblicksphotographien liefert. Dasselbe wird von Gädicke und Miethe angefertigt und ist eine Mischung aus gepulvertem Magnesium, chlorsaurem Kali und Schwefelantimon. Das Licht dauert auf eine Vierzigstel-Secunde aus (vgl. 1887 267 217).

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