Titel: Einfache Methode, Glas- und Metallflächen zu verzieren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 268/Miszelle 3 (S. 382–383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj268/mi268mi08_3

Einfache Methode, Glas- und Metallflächen zu verzieren.

Ein neues Verfahren, um Glas- oder Metallplatten, emaillirte Flächen zu atzen oder zu graviren, welches Aehnlichkeit mit dem Sandblaseverfahren hat (1887 263 159) und allerdings nur beschränktere Anwendung finden kann, beschreibt Scientific American.

Man gebraucht hierzu 1 Pfund Schmirgel, 1 Pfund Bleischrot, eine passende |383| Holzschachtel und einige Papierschablonen. Eine Wand der Schachtel trägt einige Führungsklammern, welche die zu gravirende Platte festhalten. Der Schachteldeckel ist mit einem Streifen Tuch oder Filz bekleidet, damit ein verstreuen des Schmirgels verhindert wird.

Die zu verzierende Platte wird zuerst sorgfältig gereinigt und womöglich auch gut polirt. Eine Papierschablone in gewünschter Zeichnung wird auf die Platte mittels Gummi-Arabicum befestigt. Die Schablonen sollen aus dickem Schreibpapier gefertigt sein und beim Aufkleben überall gleichmäſsig aufliegen. Der an den Rändern des Papiers hervortretende Gummi ist mit einem feuchten Schwämme zu entfernen. Die entblöſsten Stellen der Platte müssen vollkommen rein und frei von Streifen und Rissen sein, da sich dieselben sonst in der fertigen Arbeit bemerkbar machen. Sind Metallplatten zu graviren, so sollen dieselben vorher gut polirt werden. Dicke Schablonen und gröbere Arbeit bedingen gröſseren Bleischrot und gröberen Schmirgel.

Nachdem die zu behandelnden Platten in der Schachtel befestigt sind, wird der Bleischrot nebst Schmirgel eingefüllt und die geschlossene Schachtel heftig auf und ab bewegt, wodurch Schrot und Schmirgel abwechselnd gegen die an den beiden einander gegenüber liegenden Wänden befestigten Platten geschleudert werden. Die Schrotkörner, welche den Schmirgel gegen die Platten treiben, überziehen sich bald mit einer Schicht Schmirgel, welche sehr fest auf dem Schrot haftet. Diese mit Schmirgel besetzten Schrotkörner und der lose Schmirgel schleifen durch das Schütteln der Schachtel rasch jene Stellen der Platte ab, welche durch die Papierschablone nicht geschützt sind, und bringen eine matte Oberfläche hervor. Nachdem dies geschehen, wird das Papier mit Wasser abgelöst und die Platte abgetrocknet; Metallplatten werden dann noch lackirt.

Wird nur eine sehr leichte Gravirung gewünscht, so kann auch ein Anstrich die Stelle der Patrone vertreten. Auf diese Weise können Zeichnungen aller Art dauernd auf Glas- oder Metallobjekte aufgetragen werden.

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