Titel: Verbrauch an Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 268/Miszelle 6 (S. 430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj268/mi268mi09_6

Verbrauch an Eisen.

Nach neueren Zusammenstellungen erreichte die Erzeugung von Roheisen im J. 1883 mit 21,5 Millionen Tonnen ihren Höhepunkt, und betrug in diesem Jahre die Menge des in allen Ländern der Erde dargestellten Schweiſseisens etwa 9 Millionen Tonnen, diejenige des Fluſseisens und Stahls 6,5 Millionen Tonnen. Im J. 1885 stellten sich diese Mengen bei einer Gesammt-Roheisenerzeugung von 19,5 Millionen Tonnen für Schweiſseisen auf etwa 7,25, und für Fluſseisen auf etwa 6 Millionen Tonnen. Der gröſste Theil des erzeugten Fluſseisens wurde zu Schienen verarbeitet, und zwar im J. 1883 etwa 4,25 Millionen, im J. 1886 etwa 2,75 Millionen Tonnen. Die Schienenerzeugung der Gegenwart ist demnach auf den Stand vom Jahre 1871, wo 2,8 Millionen Tonnen verbraucht wurden, zurückgesunken. Der Verbrauch an Roheisen betrug in den Jahren 1880 bis 1884 für jeden Einwohner der Erde jährlich etwa 14k.

Die nachfolgende Zusammenstellung der wichtigsten Länder ergibt folgende Zahlen:



Staaten

Verbrauch an Eisen in Mill. Tonnen
Verbrauch
an Eisen auf
den Kopf
der Be-
völkerung
in k

1880

1881

1882

1883

1884
durchschn.
1880–1884
Grossbritannien 4,190 4,006 4,400 4,476 3,949 4,275 121,0
Ver. Staaten von Amerika 4,054 5,063 5,042 4,912 4,297 4,674 88,0
Belgien 0,500 0,460 0,480 0,653 0,566 0,532 94,0
Deutsches Reich 2,663 2,835 3,409 3,418 3,584 3,182 70,4
Frankreich 1,846 2,166 2,464 2,403 2,000 2,164 58,0
Oesterreich-Ungarn 0,478 0,652 0,775 0,920 0,907 0,746 20,0

Zieht man in Betracht, daſs der Verbrauch an Eisen auf den Kopf in England 121k in Ruſsland dagegen nur 12k, in Britisch Ostindien gar nur 1k beträgt, so läſst sich daraus ermessen, welcher gewaltigen Ausdehnung der Verbrauch an Eisen in manchen Ländern noch fähig ist. Wenn in den obengenannten Ländern der Verbrauch sich bis auf jenen in England mit 121k steigern würde, so würde das die Nothwendigkeit einer um etwa 41 Millionen Tonnen vermehrten Erzeugung bedeuten. Eine stetige Zunahme der Eisenerzeugung darf wohl als gesichert betrachtet werden, insbesondere als im übrigen Europa und in den ostasiatischen, mittel- und südamerikanischen Gebieten eine Steigerung des Bedarfes unausbleiblich ist.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: