Titel: Nachweis fremder Fette in der Butter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 269/Miszelle 3 (S. 96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj269/mi269mi02_3

Nachweis fremder Fette in der Butter.

Eine leicht ausführbare Methode, die jedoch nur bei hochgradigen Verfälschungen brauchbar ist, gibt C. J. van Lookeren. Man bringt kochend heiſses Wasser in ein groſses Uhrglas und fügt sofort von einer kleinen Menge zuvor geschmolzener Butter einen Tropfen bei. Bei reiner Butter breitet sich der Tropfen zu einer dünnen Schicht aus, in welcher sich plötzlich mit groſser Geschwindigkeit hunderte von Tröpfchen bilden, die nach der Peripherie des Wassers sich hinbewegen. Bei reiner Margarinebutter, Oleomargarin und pflanzlichen Oelen bildet sich eine Fettschicht, die sich nur in einige groſse Tropfen spaltet. Bei sogen. Mischbutter tritt je nach der Menge der gemischten Bestandtheile die eine oder andere Erscheinung stärker auf (Rev. d. fals. d. alim., 1887 Bd. 1 S. 136.)

M. P. Bockairy empfiehlt folgende Untersuchungsmethode (Bulletin société chimique, 1888 Bd. 49 S. 247). Man befreit 10cc Butterfett durch Schmelzen vom Wasser und durch Decantiren auf dem Filter von fremden Stoffen, löst hierauf in 20cc reinem Benzol und setzt dieser Lösung Alkohol von 96,7° (Gay-Lussac) zu. Bei einer Temperatur von 180 beobachtet man in einem bestimmten Moment eine Trübung. Ueberläſst man das Gefäſs in einem Wasserbad von 12° der Ruhe, so scheidet sich in Zeit von einer Stunde eine Flüssigkeitsschicht ab, die bei Gegenwart von Oleïn ölartig, bei einem Gehalt der Butter an Stearin, Palmitin oder Margarine dagegen flockig erscheint. Von allen Fetten bedarf die Butter nämlich der gröſsten Alkoholmenge um sich zu trüben und scheidet auch im Zustande der Ruhe die kleinste Flüssigkeitsschicht aus. Durch Versuche hat sich Verfasser überzeugt, daſs jede Butter verfälscht ist, welche bei 18° durch eine Menge von weniger als 35cc Alkohol gefällt wird und wenn die sich abscheidende Flüssigkeitsschicht 10cc überschreitet, ebenso wenn eine deutliche Abscheidung eines festen Ringes sich bildet. Nach der Milchzeitung hat Bockairy seine Methode später dahin verbessert, daſs statt des Benzols Toluol verwandt wurde, so daſs bis zu 10 Proc. fremder Fette in folgender Weise leicht zu finden sind. Zu 15cc Toluol im Reagirglas bringt man 15cc der zu untersuchenden, wie oben gereinigten Butter und fügt 40cc Alkohol von 97,7° (Gay-Lussac) zu. Beim Erwärmen auf 18° sammelt sich der Kohlenwasserstoff unten im Rohr an, darüber der Alkohol. Man erwärmt jetzt auf 50° und sorgt für gute Mischung beider Flüssigkeitsschichten. Fremde Fette trüben das Gemisch sofort, ein Gemisch von Butter und fremden Fetten thut dies nicht. Um nun eine Verfälschung nachzuweisen, setzt man das Röhrchen nach gutem Umschütteln noch eine halbe Stunde einer Temperatur von 40° aus. Nur gefälschte Butter trübt sich jetzt und scheidet eine Flüssigkeitsschicht ab. Die quantitativen Bestimmungen zeigen, daſs Muster, welche durch 40cc Alkohol gefällt wurden, bereits verdächtig waren, wenn das Präcipitat 2 bis 3cc betrug, daſs eine Verfälschung aber sicher angenommen werden kann, sobald dieses Volumen überschritten ist.

C. H.

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