Titel: Bestimmung von Tannin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 269/Miszelle 3 (S. 288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj269/mi269mi06_3

Bestimmung von Tannin.

Diese von Ch. Collin und L. Benoist angegebene Methode beruht auf der Fällung von Gelatine durch Tannin. Es sind folgende Lösungen nöthig:

1) Normaltanninlösung: 5g Tannin werden in destillirtem Wasser gelöst, dazu 0cc,5 einer 10procentigen Quecksilberjodidlösung, gelöst in der gleichen Gewichtsmenge Jodkalium, zugesetzt, und die Flüssigkeit auf 1l verdünnt.

2) Gelatinelösung: Man löst in der Wärme 5g Gelatine in 1l destillirtem Wasser, erhitzt zum Sieden und klärt durch Eiweiſs. Nach dem Erkalten setzt man 0cc,5 der oben beschriebenen Quecksilberjodidlösung zu und macht durch Aetznatron schwach alkalisch.

3) Calciumacetat: 50g Calciumacetat werden in 1l Wasser gelöst und dazu, um Schimmelbildung zu verhüten, einige Tropfen der Quecksilberjodidlösung gegeben.

4) 1procentige Lösung von Methylenblau.

5) 4procentige Lösung von Nicholsonblau.

6) 1procentige Lösung von Schwarzblau „NBI“. Das Methylenblau wird bei Bestimmung von gefärbtem Tannin, die beiden anderen blauen Farbstoffe bei gefärbtem Tannin und Extracten gebraucht.

Zunächst wird die Gelatinelösung gegen die Normaltanninlösung gestellt. Hierzu gibt man in ein Reagensglas von 3cm Durchmesser, das bei 60cc mit einer Marke versehen ist, 1cc Gelatinelösung, 2 Tropfen Methylenblau, 5cc Calciumacetat und füllt dann bis zur Marke mit Wasser von 75 bis 80° auf. Dann läſst man aus einer Bürette nach und nach und unter häufigem Schütteln so viel von der Normaltanninlösung zutropfen, bis die Lösung entfärbt ist. In derselben Weise verfährt man mit der zu prüfenden Tanninlösung und aus dem Verhältnisse der verbrauchten Mengen der Tanninlösungen kann man auf den Gehalt der zu untersuchenden schlieſsen.

Die zu prüfende Lösung darf nicht zu concentrirt und nicht stark sauer sein (Chemical News, 1888 Bd. 57 S. 214).

W.

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