Titel: Schmelzpunktsbestimmung gefärbter Körper.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 269/Miszelle 5 (S. 574–575)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj269/mi269mi12_5

Schmelzpunktsbestimmung gefärbter Körper.

R. Zaloziecki1) beschreibt in der Chemikerzeitung, 1888 Bd. 12 * S. 788, ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des Schmelzpunktes gefärbter Körper, welches gestattet, den Schmelzpunkt in dem Augenblicke zu fassen, wo die ganze Probe flüssig geworden ist, und diesen Zeitpunkt auf einfache Art bemerkbar macht:

Textabbildung Bd. 269, S. 574
3 bis 3cm,5 lange, dünnwandige Röhrchen mit 3mm innerem Durchmesser werden durch Eintauchen in den geschmolzenen, zur Untersuchung genommenen Körper auf 3mm Höhe mit demselben gefüllt, worauf man den so erhaltenen Substanzpfropfen abkühlen läſst (nach den darüber gemachten Erfahrungen ist es angezeigt, die Proben 1 bis 2 Tage stehen zu lassen oder in Eis zu kühlen). Mit Hilfe einer dünnen Nadel macht man darauf eine kleine centrale Oeffnung in die erstarrte Schicht und wirft ein kleines Schrotkorn, welches in dem Röhrchen leicht ohne Reibung bewegt werden kann, hinein. Die derart zur Schmelzpunktsbestimmung vorbereiteten Röhrchen befestigt man in üblicher Weise an das Thermometer, führt dieselben in den, beistehend abgebildeten, einfachen Apparat, in welchem sie im Luftbade so lange erwärmt werden, bis durch Zusammenschmelzen der capillaren Oeffnung die Substanz und damit auch das Schrotkorn herausfällt, und notirt die in diesem Momente durch das Thermometer angezeigte Temperatur. Die Ergebnisse fallen nach dieser Methode sehr übereinstimmend aus. Werden immer dieselben Gröſsen der Röhrchen und dieselben Dicken der Substanzproben eingehalten, so sind keine Unterschiede zwischen einzelnen Bestimmungen vorhanden, anderenfalls dieselben um ½ bis 1° von einander abweichen können. Ebenso stimmen die Ergebnisse mit der Haarröhrchenmethode, welche versuchsweise mit ungefärbten Körpern ausgeführt wurde, überein. Zaloziecki's Untersuchungen umfaſsten vorwiegend verschiedene Gattungen Ozokerit, |575| doch steht die Anwendbarkeit der Methode bei vielen anderen Körpern auſser Frage und ist etwa nur in dem Falle unstatthaft, wenn das Ineinanderflieſsen der Körper im geschmolzenen Zustande, somit ein Schlieſsen der Oeffnung in Folge eines hohen Zähigkeitsgrades versagen würde. Auch bleibt die Anwendung desselben für ganz weiche Massen ausgeschlossen.

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Nach vom Herrn Verfasser gefälligst eingesendetem Sonderabdrucke.

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