Titel: Telegraphische Verbindung mit Schiffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 270/Miszelle 5 (S. 381–382)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj270/mi270mi08_5

Telegraphische Verbindung mit Schiffen.

Um eine zeitweilige telephonische Verbindung mit den Postdampfern der Orient Company und der Messageries Maritimes (vgl. auch 1887 267 287) herzustellen, |382| welche beim Signalthurme und dem Largs Bay Ankerplatze im St. Vincent-Golfe liegen, hat das Generalpostamt in Adelaide 1886 nach dem Electrician, 1888 Bd. 21 * S. 187, folgende Einrichtung getroffen. Es sind zwei von der Telegraph Construction and Maintenance Company gelieferte, je 2km lange Kabel vom Ende des Dammes der Largs Bay bis zu einer in 9m Wassertiefe sicher verankerten Boje versenkt worden; unterhalb der Boje liegen einige Windungen des Kabels in Vorrath. Durch ein Seil sind die Kabel in einer jede Reibung ausschlieſsenden Weise mit einem von zwei Ringbolzen verbunden, welche zu beiden Seiten der Boje vorstehen; die Kabelenden ragen etwa 1m,2 über die Wasserfläche empor, ihre Enden sind in einen Ebonitisolator eingeführt und ihr Leiter ist mit dem auf den Isolator aufgeschraubten kegelförmigen Kupferrohre verbunden.

Auf jedem Dampfer ist ein 728m langer mit Guttapercha isolirter, mit Band bewickelter und getheerter Draht auf einen Haspel gewickelt und an seinem Ende mit einer Art Fingerhut oder Hülse aus Kanonenmetall versehen, die so gestaltet ist, daſs sie bequem mit einem Bootshaken erfaſst und beim langsamen Vorbeifahren des Dampfers an der Boje auf die kegelförmige Spitze aufgesteckt werden kann, worauf der isolirte Draht abgewickelt wird. Die Bohrung der Hülse ist so weit, daſs letztere bis auf ⅔ der Höhe des Kegels herabgeht. Um die Hülse los zu machen, braucht man sie nur mit dem Bootshaken von unten anzustoſsen. Der isolirte Draht muſs einigen Durchhang erhalten, damit er nicht reiſst, wenn das Schiff mit der Flut schwingt. Die Kupferkegel müssen von Zeit zu Zeit einmal mit Sandpapier abgerieben werden; doch sorgt für gewöhnlich das Gewicht der Hülse und der Zug des Drahtes für eine gut leitende Verbindung. Am Ufer sind die Kabelenden mit Luftleitungen verbunden, die nach Adelaide laufen. Die Anlage erweist sich als zuverlässig und ist den Agenten und Schiffskapitänen sehr nützlich.

Einen verwandten Vorschlag hat nach dem Electrician, 1888 Bd. 21 S. 198, F. Higgins schon 1887 für die dauernde telegraphische Verbindung nach Leuchtschiffen gemacht. Bei Schiffen mit einem Mäste sollte der dünne Draht von einer Trommel am Decke in einer Furche in der Seite des Mastes empor und von einer Drehrolle an dessen Spitze nach einem auf der Boje befestigten leichten Mäste geführt werden. Bei Schiffen mit mehreren Masten sollte die Trommel auf einer rings ums Schiff laufenden Schiene befestigt werden, damit sie mit der Hand fortgerückt werden könnte, wenn das Schiff sich bei der Flut umlegt.

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