Titel: Zipernowsky's Verfahren zum Härten von Federn auf elektrischem Wege.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 270/Miszelle 7 (S. 383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj270/mi270mi08_7

Zipernowsky's Verfahren zum Härten von Federn auf elektrischem Wege.

Das Härten von Federn umfaſst gewöhnlich drei Schritte: das Erhitzen, das Abschrecken, das Anlassen. Beim Erhitzen und beim Anlassen können in Folge ungleichmäſsiger Erwärmung die einzelnen Stellen der Feder einen verschiedenen Härtegrad bekommen. Unvorsichtige Behandlung beim Abschrecken hat nur eine Formveränderung zur Folge.

Um eine gröſsere Gleichmäſsigkeit in der Erwärmung selbst bei sehr langen und sehr umfänglichen Federn zu erreichen, verwendet Carl Zipernowsky in Budapest nach seinem Oesterreichisch-Ungarischen Patente vom 25. Juli 1888 (Kl. 21) einen durch die Feder geleiteten elektrischen Strom von geeigneter Stärke. Diese Art und Weise der Erhitzung kann nun nach Bedürfniſs entweder nur vor dem Abschrecken oder nur zum Anlassen (wie schon von der Sedgwick Mainspring Company in Chicago; vgl. 1887 266 236) verwendet werden, gar wobei dann im ersten Falle das Anlassen je nach Nothwendigkeit entweder gar nicht, oder auf dem gewöhnlichen Wege, im zweiten Falle das Erwärmen vor dem Abschrecken in der bis jetzt angewendeten Weise erfolgt. Man kann indessen auch sowohl das erste, als auch das zweite Erhitzen durch den elektrischen Strom bewerkstelligen.

Auſser der Gleichmäſsigkeit der Erwärmung hat dieses Verfahren noch den Vortheil daſs der Grad der Erwärmung in bekannter Weise durch Aenderung der Stromstärke regulirbar ist, was besonders für das Anlassen von Wichtigkeit ist.

Bei diesem Verfahren kann man endlich auch leicht einzelnen Stellen der Feder einen anderen Härtegrad geben, wie anderen; man leitet in diesem Falle nähmlich Ströme von verschiedener Stärke durch die verschiedenen Stellen der Feder, indem man z.B. zu solchen Stellen, die von einem schwächeren Ströme durchflössen werden sollen, Nebenschlüsse von geeigneter Gröſse bildet.

Um die Bildung eines remanenten Transversalmagnetismus zu verhüten, zweckmäſsig, Wechselströme zu verwenden.

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