Titel: Ueber den im Koks enthaltenen Schwefel und dessen Bestimmung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1888, Band 270/Miszelle 3 (S. 575–576)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj270/mi270mi12_3

Ueber den im Koks enthaltenen Schwefel und dessen Bestimmung.

Von den verschiedenen Methoden zur Untersuchung der Koks auf deren Reinheit, welche letztere für die Technik in vieler Hinsicht von Wichtigkeit ist, besitzt die Bestimmung des Schwefelgehaltes besondere Bedeutung. Die zahlreichen Analysen, die aus verschiedenen Hütten vorliegen, welche dieselbe Steinkohle verarbeiteten, ergaben oft Verschiedenheiten im Schwefelgehalte des Koks (0,2 – 1,8 Proc. E. Muck, Stahl und Eisen, 1888 S. 468), die allein auf die angewandten Untersuchungsmethoden zurückzuführen waren. L. Blum ist daher dieser Frage näher getreten (Zeitschrift für analytische Chemie, 1888 Bd. 27 S. 445) und hat gezeigt, daſs alle Methoden auf nassem Wege keine zuverlässigen Resultate liefern. Sowohl durch Behandlung mit Salpetersäure (nach Croßley) wie durch Oxydation mit Kaliumchlorat oder Brom in Salzsäure |576| wurden immer zu niedrige Zahlen gefunden. Allein zuverlässig erwies sich die Schmelzmethode, welche ebenfalls von Croßley herrührt. Nach derselben wird 1g Koks mit 28g eines trockenen Gemisches von 16 Th. NaCl, 8 Th. KNO3 und 4 Th. Na2CO3 in einer Platinschale gemengt und geglüht, die erkaltete Schmelze wird mit Wasser unter Zusatz von wenig Salzsäure gelöst, durch weiteren Zusatz von starker Salzsäure die noch vorhandenen Nitroverbindungen zerstört, hierauf zur Trockne verdampft, mit Wasser und Salzsäure wieder aufgenommen, die gebildete Schwefelsäure durch BaCl2 gefällt und als Sulfat gewogen., Blum stimmt mit Muck darin überein, daß der Schwefel im Koks in zweierlei Form vorhanden ist, und zwar der eine Theil in Sulfuren an Metalle gebunden, ein anderer Theil aber in organischen Schwefelverbindungen sich vorfindet, so daſs letzterer, bei der Ermittelung des Gesammtgehaltes an Schwefel auf nassem Wege, sich der Bestimmung entzieht. Bei der Benutzung des Koks wäre daher der an Metalle gebundene Theil für den Hüttenbetrieb weniger schädlich, da ein groſser Theil desselben in dem oberen Theile der Oefen durch den daselbst stattfindenden Röstprozeſs in Form von schwefliger Säure entweicht. Aus den Ergebnissen der nassen Methode und der Schmelzmethode konnten mithin die beiden, sich verschieden verhaltenden Schwefelmengen getrennt bestimmt werden. Aus diesen Untersuchungen von Blum geht noch hervor, daſs die Verfahren zur Entschwefelung des Koks, wie solche z.B. durch Behandlung mit verdünnter Salzsäure empfohlen worden sind, sich hinfällig erweisen müssen.

C. H.

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