Titel: Ueber das Gefrieren des Wassers in nahezu geschlossenen Gefäſsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 271/Miszelle 3 (S. 190–191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj271/mi271mi04_3
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Ueber das Gefrieren des Wassers in nahezu geschlossenen Gefäſsen.

Daſs geschlossene, vollständig mit Wasser gelullte Gefäſse mit groſser Kraft gesprengt werden, wenn ihr Inhalt gefriert, ist eine bekannte Thatsache. Ebenso weiſs man, daſs mit Wasser gefüllte Flaschen beim Gefrieren auch ohne Stöpselverschluſs öfters bersten. In diesem Falle vertritt das zuerst an der Oberfläche in Eis sich verwandelnde Wasser selbst die Stelle des Stöpsels. D. Winstanley theilt im Engineering, Bd. 46 S. 490, eine Beobachtung mit, welche beweist, daſs ein mit Wasser gefülltes Gefäſs beim Gefrieren nicht zertrümmert wird, wenn den unteren Wasserschichten durch eine kleine Oeffnung, an die sich eine aufwärts gebogene Röhre schlieſst, der nöthige Spielraum, sich auszudehnen, geboten wird. Zu dem Versuche diente ein umgekehrter, vollständig mit Wasser gefüllter Glascylinder, dessen Hals durch einen Kautschukstöpsel geschlossen war. Letzterer hatte ein Loch, worin eine U-förmige, Quecksilber als Absperrungsmittel enthaltende Glasröhre steckte. Als Winstanley den Apparat in einer kalten Winternacht vor das Fenster stellte, bildete am anderen Morgen der ganze, 2½ Pfund wiegende Inhalt eine einzige starre Eismasse, ohne daſs das Glasgefäſs sich im mindesten beschädigt zeigte.

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