Titel: Döhring's elektrischer Wächter-Controlapparat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 271/Miszelle 5 (S. 288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj271/mi271mi06_5

Döhring's elektrischer Wächter-Controlapparat.

Der von dem Leipziger Branddirektor W. Döhring entworfene und von der Elektrotechnischen Anstalt von C. G. Hoffmann in Leipzig (Pleiſsenstr. 5) ausgeführte Wächter-Control- und Meldeapparat enthält in der Centralstelle in einem Kasten aus polirtem Holze mit pultförmig schrägem Glasdeckel ein wagerecht liegendes Zifferblatt, welches von einem unterhalb desselben angebrachten Uhrwerke bewegt wird, während ein stillstehender Zeiger die genaue Zeit angibt. Auſserhalb des Zahlenkreises ist auf der Ziffernscheibe ein freier Raum gelassen, der mit einer Eintheilung von 10 zu 10 Minuten versehen ist und zum Aufdrucken von Buchstaben dient. Die Typen dazu sind auf der Mantelfläche eines Typenrades angebracht, das durch ein zweites Uhrwerk in Umdrehung versetzt werden kann, unter Mitwirkung von elektrischen Strömen, welche von den einzelnen Controlstellen aus entsendet werden.

An den Controlstationen sind dazu verschlossene guſseiserne Kästchen aufgestellt, welche vom Wächter zu der vorgeschriebenen Zeit zu öffnen sind. Im Inneren der Kästchen befindet sich eine Kurbel. Durch das Herumdrehen der Kurbel wird ein Laufwerk aufgezogen, welches beim Ablaufen mittels eines Contactrades den Stromkreis unterbricht und schlieſst. Hierdurch wird in der Centralstelle der Typendruckapparat des Controlapparates in Bewegung gesetzt, dabei zugleich die Typen mit Farbe gespeist und schlieſslich der dem betreffenden Controlpunkte entsprechende Buchstabe auf der Zeitscheibe aufgedruckt, genau an der Stelle, auf welche zur Zeit der Zeiger weist.

Wählt man die Reihenfolge der Buchstaben nach einem bestimmten Worte, so daſs sie der Anzahl der Controlstationen entsprechen, so wird die Controle dadurch erleichtert, weil ein fehlender oder in unrichtiger Reihenfolge stehender Buchstabe dann sofort den vom Wächter begangenen Fehler erkennen läſst.

Wenn die Controle zur rechten Zeit nicht erfolgt, schlägt der Apparat selbsthätig Lärm, um den Geschäftsinhaber, Inspector u.s.w. aufmerksam zu machen oder den Wächter an seine Pflicht zu erinnern. Der Lärmapparat kann derartig eingerichtet werden, daſs er in beliebiger Zeit nach dem abgelaufenen Controltermine die Versäumniſs meldet, wie er auch jederzeit ganz ausgeschaltet werden kann.

Auſser der Kurbel sind in den Kästchen noch ein oder mehrere Druckknöpfe angebracht, z.B. drei mit den Aufschriften „Feuer,“ „Arzt“ und „Polizei.“ Wird einer derselben niedergedrückt, so erscheint auf der Zeitscheibe unter Ertönen der Lärmglocke noch der Buchstabe F, A oder P, je nachdem man Hilfe durch Feuerwehr, Arzt oder Polizei verlangt.

(Mühle)

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