Titel: Gummi-Fournier-Blätter als Dachdeckungsmaterial.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 271/Miszelle 2 (S. 429)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj271/mi271mi09_2

Gummi-Fournier-Blätter als Dachdeckungsmaterial.

Diese imprägnirten Fournierblätter sind, nach Metallarbeiter Nr. 97, zumeist in dreifachen Lagen angefertigt, welche so gelegt sind, daſs sich die Fasern derselben kreuzen. Es werden auf diese Weise dünne elastische Holzplatten von groſser Widerstandsfähigkeit hergestellt, welche sich nicht verziehen, und wegen der Festigkeit des verwendeten Klebmaterials gegen die Temperatur-Veränderung und Witterung unempfindlich sind. Sie können sogar in Wasser längere Zeit gekocht werden, ohne daſs die Blätter sich von einander trennen. Um jedoch die Widerstandsfähigkeit noch zu erhöhen, wird die Auſsenfläche mit Theer getränkt, ferner mit einer Asphaltschicht bedeckt, in welche, während sie noch warm ist, kleine Steinstückchen oder Kiesel eingepreſst werden. Die innere Seite der Platten ist zum Schütze gegen Feuersgefahr mit Wasserglas getränkt. Die Vortheile bestehen darin, daſs die Platten dünner sind, als die sonst bei Zinkdächern nothwendige Verschalung; auch ist das Eigengewicht ein viel geringeres als bei jenen. Während z.B. bei einem Pappdache, welches bisher als das leichteste angesehen wurde, 1qm mit Verschalung etwa 19k wiegt, beträgt das Gewicht von derselben Fläche des Fournierdaches nur 7k. In Folge der Gröſse der Platten ist eine Verschalung nicht nöthig; dieselben werden einfach auf Latten aufgenagelt, welche wegen der gröſeren Widerstandsfähigkeit der Fournierplatten weit von einander entfernt liegen können. Hieraus ergibt sich eine erhebliche Verminderung sowohl der Arbeit als auch der Kosten.

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